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Advent 2011
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Studienfahrt Côte d‘ Azur – Provence

provence25. bis 16. Oktober 2011

„Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“, schrieb der griechische Staatsmann Perikles schon im 5.Jahrhundert vor Christus. Nach diesem Motto bereiteten wir uns im Rahmen unserer zeitlichen Möglichkeiten auch auf unsere Studienfahrt vor. Zumindest können wir mit einem herzlichen Dank an Herrn Siewecke behaupten, dass er unsere 12-tägige Fahrt nach Südfrankreich gewissenhaft geplant hat. Ebenso versuchte er, uns erste Eindrücke bereits vorab mit einigen Filmen über die Provence und die Côte d‘Azur zu verschaffen, was einige von uns mehr andere leider zunächst weniger begeistert genutzt haben. 

In jedem Fall haben wir alle erwartungsvoll gepackt, wobei es ganz egal schien, ob man versuchte, sich bei der Wahl des Gepäcks einzuschränken oder alles auf der Packliste zweimal einzupacken. Der Koffer war jedesmal garantiert viel zu klein. Ganz gleich, ob man alles wieder auspackte, nur um festzustellen, dass man wirklich alles davon benötigte, kurz vor Abfahrt noch einmal in einen anderen Koffer umpackte oder sich schlussendlich auf den Koffer setzte. Jeder hatte am Ende seine persönliche „packende“ Pack-Story zu erzählen.
Über die 18-stündige Busfahrt nach Cap d‘Ail an der Côte d‘Azur lässt sich nur soviel sagen, dass die meisten von uns hofften, dass sie möglichst schnell vorbei war.  Als es schließlich einige aufgaben, auf ihrem Sitz eine bequeme Schlafposition zu finden, und auf den Gang auswichen, begannen wir tatsächlich abwechselnd dort zu schlafen und wären wohl sogar in die Gepäckablagen geklettert, wenn das irgendwie gegangen wäre.
Mit einem lauten „Ohhh“ und „Ahhh“ wurde dann das Mittelmeer bei der Durchfahrt durch die italienische Riviera begrüßt, und dann war es auch bald geschafft, und wir erreichten Cap d‘Ail bei angenehmen 22°C im Schatten und strahlend blauem Himmel. Nach einem kleinen Fußmarsch, den wir in den folgenden Tagen noch alle „verfluchen“ sollten, kamen wir in unserer Herberge, einer alten Villa, an und warenvon ihrer fantastische Lage begeistert. Nicht nur, dass sie gerade mal knappe 20 Meter vom Meer entfernt war, wir sollten in unserer Zeit hier auch jeden Morgen und Abend auf der Terrasse essen, beim Einschlafen dem Klang der Wellen lauschen und den herrlichen Meerblick von den Balkonen unserer Zimmer genießen. Den Rest des ersten Tages verbrachte dann jedenfalls der Großteil der Gruppe am Strand, der auch nur ungefähr 10-15 Minuten zu Fuß entfernt war. Darauf folgten weitere neun Tage voller spannendem Programm, natürlich mit den damit verbundenen unvermeidlichen Busfahrten und Fußmärschen. Wir waren alle froh, dass in den meisten Städten wie Nizza, Monaco oder St. Tropez sowie später in Orange, Aix en Provence und Avignon doch nur ein relativ kurzes Pflichtprogramm, jeweils am Vorabend in den obligatorischen Seminarstunden gewissenhaft vorbereitet, geplant war und wir anschließend oft noch mehrere Stunden in kleinen Gruppen die jeweiligen Ziele selbstständig erkunden durften. provence3Bei solchen Gelegenheiten probierten wir dann örtliche Spezialitäten wie Tomate-Basilikum-Eiscreme, versuchten Briefmarken zu kaufen und Toiletten ausfindig zu machen, verloren (Klein-)Geld im Casino von Monaco oder in zahlreichen einladenden Boutiquen und Läden oder suchten uns schöne Plätze zum Ausruhen, wie die Engelsbucht in Nizza. Wobei wir natürlich auch die gemeinsamen Programmpunkte genossen, bei denen wir uns neben zahlreichen Museen auch eine Parfümerie in Eze, die wunderschöne Villa Ephrussy mit ihren zahlreichen Themengärten und einige antike Überbleibsel der Römer ansahen, wie z.B. das Theater in Orange oder den Pont du Gard, unter dem wir sogar in Kanus hindurch paddelten. Highlights waren auf alle Fälle auch der Klettergarten in der Verdonschlucht, den wir auf unserer Weiterfahrt zu unserer zweiten Jugendherberge in Avignon besuchten, und der provencalische Stierkampf in Saintes-Maries-de-la-Mer, bei dem nur die Stierkämpfer Gefahr liefen, sich zu verletzen. Außerdem schafften wir es alle erstaunlich schnell, uns an örtliche Gepflogenheiten, wie Gemütlichkeit und die französische „Pünktlichkeit“, zu gewöhnen, was leider gelegentlich zu Verspätungen bei Treffen am Bus und den Abfahrten führte.
Zumindest auf das Wetter war aber stets Verlass. Es gab keinen Tag, an dem nicht die Sonne schien, und fast immer waren es zwischen 20 und 30°C. Zum Leidwesen einiger und zur Freude anderer musste lediglich die Wanderung auf den Berg Montagne Sainte-Victoire wegen zu starker Windböen ausfallen. Statt dessen fuhren wir in Aix zu dem Aussichtspunkt, von dem aus der Maler Paul Cézanne dieses beeindruckende Bergmassiv an die achtzig Mal gemalt hat. Anschließend konnten wir auch noch sein Atelier, das er bis zu seinem Tod 1906 nutzte, besichtigen.
provence1Nach einem abschließenden schönen Nachmittag in Avignon, nicht ohne vormittags den Papstpalast und den berühmten Pont d‘Avignon besichtigt zu haben, traten wir dann am Samstagabend braun gebrannt, manche von Mücken zerstochen und alle ziemlich erschöpft, aber glücklich und zufrieden die Heimreise an. Mit einem letzten „Hoch auf unsern Busfahrer“ verabschiedeten wir unseren lieb gewonnenen Fahrer Axel Betzin in Northeim und freuten uns, endlich wieder heimatliche Gefilde zu betreten und bald die eigene Dusche und das eigene Bett in Anspruch nehmen zu können.
So bleibt mir nur noch, mich nochmals im Namen aller bei Herrn Siewecke und natürlich auch bei Herrn Musiol und Frau Marchand-Adler herzlich zu bedanken. Möge uns allen diese gelungene Fahrt noch lange in Erinnerung bleiben!
„Weine nicht, weil es vorbei ist, lache, weil es überhaupt passiert ist.“ (Gabriel Garcia Marquez)
Miriam Steinke

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