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Jahresausstellung 2009
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Krieg und Frieden oder wenn China nach Taiwan greift

Oberstufenpolitikkurse simulierten Politik und Internationale Sicherheit im Planspiel

Was passiert eigentlich bei den multinationalen Konferenzen der Vereinten Nationen oder der EU, wenn die Kameras abgeschaltet sind? Wie werden Entscheidungen getroffen? Es gibt keinen spannenderen Weg sich damit zu beschäftigen, als selbst zu probieren als Regierungschef, Staats- oder Wirtschaftsminister seinen Staat erfolgreich durch eine komplexe Simulation zu führen. Mit Unterstützung zweier engagierter Jugendoffiziere absolvierten vom 23. bis zum 26. August 2011 40 Schülerinnen und Schüler der drei Politikkurse in Q 2 die umfangreiche Simulation „Polis“ im Oberharz.

Polis wirtschaftsverhandlungenMehrere Jahre waren zu absolvieren. Jedes Jahr galt es, seinen Staat wirtschaftlich nachhaltig zu entwickeln und zugleich als „Staatsmann“ oder „Staatsfrau“ geschickt auf der Bühne der Internationalen Politik zu agieren. Zu Beginn werden unter Vorsitz des UN-Generalsekretärs in der Generalversammlung die politischen Ziele verkündet. Zur Umsetzung kommt es darauf an, die jeweils unterschiedlich vorhandenen Ressourcen geschickt einzusetzen, um Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Doch Vorsicht! Zuviel Wachstum zieht eine steigende Umweltverschmutzung nach sich, die fatale Folgen haben kann. Kein Land kann zudem seine Ziele allein erreichen. Wirtschaftsfragen und politische Verhandlungen und das Prinzip gegenseitiger Vorteilsgewährung sind unabdingbar, um in der Poliswelt zu bestehen. Weltbank, Greenpeace und andere NGO´s stehen als kritische Partner auf dem Weg zu einer nachhaltigen gerechten Weltordnung bereit. Die Weltpresse sorgt schließlich dafür, dass geheime Agreements nicht geheim bleiben und die Welt mitbekommt, was die „großen Tiere“ tun.
Ein großer Spielplan, auf dem Sicherheits- und Militärkräfte oder Diplomaten zu setzen sind, verführt dann doch einzelne Teilnehmer, in den Icons keine realen Menschen zu sehen. Fast wie im wirklichen Leben wird China schnell aggressiv und droht mit der „Rückinbesitznahme“ von Taiwan. Der „Bösewicht“ ist identifiziert. Andere Staaten schließen dagegen Gewaltverzichtsabkommen oder bauen zur Abschreckung Atomraketen. Dies kommt dem Beobachter doch bekannt vor. Nur zu beobachten fällt allerdings schwer; denn man erliegt der Dynamik der Simulation. Zufallsereignisse, von den beiden Offizieren geschickt eingesetzt, verschärfen die Situation um zusätzliche Krisenherde. Am Ende bleibt die Poliswelt weitgehend friedlich. Die von Helmut Schmidt definierte „Leidenschaft der Vernunft“ setzt sich durch. Fazit: Es gibt kaum einen besseren Weg, Schülerinnen und Schülern praxisnah zu vermitteln, wie spannend internationale Politik sein kann und dass es lohnend ist, sich für eine bessere Welt, die möglich ist, zu engagieren.
Jörn Surborg
PS: Macht mit!

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