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Kunst 2011
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Ich bin dann mal weg

Schüler im Ausland

Jugendliche erzählen von Schneestürmen, fremden Kulturen und Disziplin.

Ob Kängurus streicheln in Australien, Hieroglyphen entziffern in Ägypten oder Karneval feiern in Brasilien – viele Schüler träumen von der Ferne. Für unsere Eltern war ein Auslandsjahr während ihrer Schulzeit fast unvorstellbar. Aber heute steht Jugendlichen dank zahlreicher Auslandsorganisationen die ganze Welt offen.

friederike in indienDas Angebot reicht von Irland über Costa Rica bis hin zu Indien.
Für Indien entschied sich auch die 17-jährige Friederike. „Der Austausch war toll“, schwärmt sie. „Wir haben in einem Internat gelebt und waren den ganzen Tag mit Freunden zusammen.“ Abends nach den Hausaufgaben kochte die Gruppe zusammen oder schaute sich Filme an. „Man erlebt auch die indische Kultur und feiert Festtage wie den Unabhängigkeitstag“, erzählt Friederike. „Dafür haben wir uns indische Sachen angezogen – die Mädchen einen Sari und die Jungs eine Kurta.“ Auch von der indischen Klassenfahrt war die 17-Jährige begeistert: „Das war ganz anders als bei uns. Wir haben in Dörfern Gärten angelegt, Häuser gestrichen, soziale Organisationen besucht und dort Interviews geführt.“ Nicht gefallen hat ihr dagegen die „Misstrauensatmosphäre“ am Internat. „Die Schule hat relativ strenge Regeln“, sagt Friederike. „Es gibt einen Aufpasser, der nur dafür zuständig ist, dass die Disziplin der Schüler gewahrt wird.“ Wenn man gegen Regeln wie das Rauch- oder Alkoholverbot verstoße, werde man entweder für ein paar Tage von der Schule entlassen oder man fliege vollständig.
Im Gegensatz dazu erlebte die 17-jährige Lena den lockeren „High School Musical- Flair“ in Indiana, USA. Dort war vor allem der Teamgeist besonders. „Man identifiziert sich mit der Schule“, erzählt Lena. Bei den wöchentlichen American- Football-Spielen feuerte die ganze Schule das Team an, auch wenn niemand die genauen Regeln erklären konnte. Aber nicht nur die High-School-Atmosphäre in den USA ist ein Grund nach Amerika zu gehen – auch Kanada ist ein Land voller Überraschungen. So hatte der 21-jährige Jannes dort ein Erlebnis der etwas anderen Art. „Auf Prince Edward Island waren wir wegen eines heftigen Schneesturms fast zwei Wochen lang eingeschneit“, berichtet er. Es fuhren keine Autos oder Schulbusse, die Strommasten waren beschädigt und keiner konnte das Haus verlassen. „Zum Glück hatten wir einen Stromgenerator, der die Heizungen betrieb.“ Nicht nur das Wetter spielte verrückt, auch der Unterrichtsstoff war für Jannes gewöhnungsbedürftig: „Der Satz des Pythagoras kam erst in der elften Klasse dran – nicht wie bei uns in der achten.“
Nicht alle Eltern können ihren Kindern eine solche Reise ermöglichen. Denn für ein Auslandsjahr muss man je nach Gastland und Organisation mit 5000 bis 30000 Euro rechnen.
Simone Eberlein, Svea Meyer, Lukas Oelkers, Jasmin Renz, Klasse 9E2, Gymnasium Andreanum Hildesheim

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