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Schüler befragen Rebecca Harms

Schüler befragen Harms: In Sorge wegen Euro-Krise

Hildesheim (hei). Europa als friedliche  und ökologische Weltmacht – diese Vision hat die grüne Europa-Abgeordnete Rebecca Harms gestern vor Schülern des Gymnasiums Andreanum gezeichnet. Nach den Erfahrungen der Weltkriege setzten Europäer vor allem auf die friedliche Beilegung von Konflikten. „Deshalb muss unsere Außen- und Sicherheitspolitik anders sein als die der USA.“

r harmsZugleich sei die Idee des schonenden, nachhaltigen Wirtschaftens in Europa stärker verwurzelt als überall sonst auf der Welt. Doch obwohl die Europäische Union damit eine besondere globale Rolle habe, gebe es eine „erbärmliche“ Diskussion um die Finanzierung der EU. Statt sich auf Visionen konzentrieren zu können, müsse sie sich „mit dem Geiz der Nationalstaaten herumschlagen“, beklagte die Abgeordnete.

Seit sieben Jahren vertritt Harms die deutschen Grünen in Brüssel – für ihren europäischen Blick auf die Dinge hatte das Andreanum sie zur Podiumsdiskussion vor Zehnt- und Elftklässlern eingeladen. Wie sieht die EU im Jahr 2050 aus? Die Schüler haben über diese Frage bereits ein halbes Jahr nachgedacht. Und nicht alle sind sicher, dass die EU auf gutem Wege ist. „Ich könnte mir auch vorstellen, dass sie wieder auseinanderfällt“, sagte die Zehntklässlerin Judith Loos. Große Sorgen bereitet ihr die Schuldenkrise Griechenlands und der Wert des Euros. „Ich habe Angst, dass von unseren Ersparnissen irgendwann nichts mehr übrig ist.“ Auch wenn ihre Mitschüler optimistischer waren – die Probleme Griechenlands beschäftigen Politiker derzeit schwer. Der Euro sei in seiner größten Krise, sagte Eckart von Klaeden (CDU), Staatsminister im Bundeskanzleramt. Die Griechen müssten sich auf ein Sanierungskonzept einlassen und den „üppigen Staatsbesitz“ privatisieren.

Überraschende Einigkeit gab es zwischen Schwarz und Grün bei der Frage, ob Europa die Türkei aufnehmen solle. Die Türkei müsse die Frage beantworten, ob sie sich zu europäischen Werten bekenne, sagte von Klaeden. Auch Harms zeigte sich skeptisch – allerdings mit Blick auf den Zustand der EU. „Im Moment gibt es überhaupt keine Möglichkeit zur Erweiterung.“ Erst müssten die derzeitigen Erschütterungen bewältigt werden.

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung  [HAZ ], 17.05.2011

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