Hildesheim (ha). Gespanntes Warten im Audimax der Universität: Wer wird in diesem Jahr die Preise abräumen bei „Jugend forscht“ und dem Nachwuchswettbewerb „Schüler experimentieren“? 208 Teilnehmer mit 116 Projekten haben es den Juroren in diesem Jahr ziemlich schwergemacht, die Entscheidung zu treffen. Im Publikum fieberten nicht nur die jungen Forscher, sondern auch Eltern, Freunde und Betreuungslehrer.
Während andere Regionalrunden im Lande zumeist recht überschaubare kleine Zirkel sind, ist Hildesheim ein regelrechter Hotspot für junge Talente. Seit der Premiere im Jahr 1997 haben die Schulen immer wieder Landes- und Bundessieger hervorgebracht. Der Weg nach Oldenburg (für die Jüngsten) und Clausthal- Zellerfeld (für die Älteren) führt jedoch nur über einen Sieg im Regionalwettbewerb. Doch um es vorweg zu nehmen: Gewinner sind die jungen Forscher alle. Nicht nur, weil jeder Urkunden und Buchpreise des Gerstenberg Verlages erhielt, sondern auch weil die Teilnahme am Wettbewerb die Fortentwicklung der Persönlichkeit spürbar fördert.
Prof. Dr. Toni Tholen, Vize-Präsident der Universität, hieß die Minis willkommen, Dekan Prof. Dr. Klaus Ambrosi gut zwei Stunden später die älteren Jahrgänge. Beide betonten, dass „Jugend forscht“ eine „großartige Erfolgsgeschichte“ (Ambrosi) sei und das Land gerade angesichts des demografischen Wandels qualifizierte Fachkräfte im MINT-Bereich dringend brauche. „Wir würden uns freuen, Sie später hier als Studenten willkommen heißen zu dürfen“, sagte Tholen.
Landrat Reiner Wegner, der ebenso wie Oberbürgermeister Kurt Machens die Ausstellung in Halle 39 besucht hatte, freute sich, dass inzwischen auch immer mehr Schulen aus dem Landkreis dabei sind. Neben den traditionellen Schwergewichten RGB (22 Projekte), Andreanum (19), Scharnhorstgymnasium (14), Marienschule (13), Renataschule (12), Gymnasium Sarstedt (7), Michelsenschule (6) sind erstmals auch die KGS Gronau, die Carl-Benscheidt-Realschule in Alfeld und die Christophorusschule Elze dabei.
Regionalleiter Dieter Kubisch, gern mal als „Mister Jugend forscht“ bezeichnet, verglich den Wettbewerb mit dem Kometen Garradd, der im vergangenen Jahr, als die kleinen Forscher mit ihren Arbeiten begannen, erstmals ins Blickfeld der Wissenschaft rückte und nun von Tag zu Tag heller strahlt. Auch die „Ju- Fo“-Kandidaten bringen mit ihren Ideen Licht ins Dunkel. Kubisch wünschte ihnen einen kometenhaften Aufstieg.
„Danke, dass Ihr so neugierig seid“, sagte Oberbürgermeister Kurt Machens. Die Suche nach einer Antwort sei der Anfang aller Wissenschaft. „Unsere Zukunft liegt in euren und unseren Köpfen.“ Ein vernünftiges Miteinander könne nur funktionieren, wenn es gelinge, den Forschergeist in Gang zu halten.
Machens lädt alle erstplatzierten Minis für einen Tag ins Rathaus ein, die Bundestagsabgeordneten Brigitte Pothmer, Bernhard Brinkmann, Eckart von Klaeden die Älteren für einen Tag nach Berlin. Als Talentförderer wurde der Lehrer Wolfgang Lipps geehrt, Schulpreise erhielten: Gymnasium Sarstedt, Marienschule, Andreanum, Carl-Benscheidt-Realschule.
© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 18.02.2012

