SCHELLERTEN/NEUSTRELITZ. „Man kann gut Gefühle mit ihr ausdrücken. Und man kann sie überall mit hinnehmen“, beschreibt Sebastian Menzel die Vorteile seines Instruments. Und man kann mit ihm gewinnen: In der Kategorie „Bläser-Ensemble, gleiche Instrumente“ haben der Elfjährige und seine Schwester Maylin bewiesen, dass mit der Blockflöte Staat zu machen ist.

Mit der Höchstpunktzahl stellten die Geschwister aus Schellerten die Konkurrenz aus 58 weiteren Ensembles locker in den Schatten.
Allerdings liegt ein solcher Erfolg natürlich weniger am Instrument als an Begabung und Fleiß. Eugen Iburg ist es, der die Geschwister seit Jahren auf ihrem Weg begleitet. „Er ist sehr nett und übt intensiv mit uns, so dass wir schnell vorankommen“, lobt Sebastian seinen Lehrer.
Seit ihrem sechsten Lebensjahr besuchen die beiden die Musikschule Hildesheim. Vorher hat ihnen Mutter Anne die ersten Flötentöne beigebracht. Die 14-jährige Maylin, die außerdem Klavier und Handball spielt, hat schon siebenmal bei „Jugend musiziert“ mitgemacht und es mehrfach bis zum Landeswettbewerb geschafft. Für eine Weiterleitung zum Bundeswettbewerb fehlte es bisher an Jahren.
Am liebsten spielt Maylin, die wie ihr Bruder eine Musikklasse auf dem Andreanum besucht, „schnelle Stücke und Barockmusik“. Sie durfte sogar schon das Hildesheimer Themenjahr vor der niedersächsischen Ministerin Johanna Wanka und OB Kurt Machens musikalisch mit der Flöte eröffnen.
Immer wieder mal hat sie früher schon mit ihrem Bruder zusammengespielt. Und das macht auch Spaß, „wenn er sich benimmt“, erklärt sie lachend. Denn Maylin bezeichnet sich als ehrgeizig. Auch Sebastian, der außerdem noch im Chor singt und Cello spielt, nimmt gern an dem Wettbewerb für junge Musiker teil: „Erzwingt dazu, dass man alles gibt, um am Ende der beste zu sein.“
Und auf dem langen Weg zum Bundeswettbewerb – es begann im Januar mit dem Regionalentscheid in Hildesheim und führte über den Landeswettbewerb in Osnabrück jetzt bis nach Neu-Brandenburg – hat er auch jedes Lampenfieber verloren. „Beim Landeswettbewerb lief es beim letzten Stück von Herrn Iburg nicht so gut. Dabei muss man gehen, und es gab so wenig Platz“, erinnert er sich. Aber in Neustrelitz „da ging es um nichts mehr“, bewertet er die Endrunde gelassen. Denn Sebastian hat nicht erwartet, „dass wir so gut abschneiden“.
2012 wollen sich die Geschwister dem Wettbewerb erneut stellen, jeder einzeln. Dann wird auch der neunjährige Niklas erstmals mitmachen bei „Jugend musiziert“, natürlich mit der Blockflöte.
Martina Prante
© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 22.06.2011

