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Der Schulträger

Alle wollen Friedemann

friedemann the voice2016Der Hildesheimer Friedemann Petter überzeugt bei „The Voice of Germany“

Hildesheim. Sabine Petter erreichte die Nachricht ihres Sohnes über Whatsapp. „Ich bin bei ,The Voice‘ dabei“, stand darin. Petter las sie der Geigenschülerin vor, die sie gerade unterrichtete und fragte, was das wohl bedeuten solle. Da ahnte sie noch nicht, dass einige Monate später ein Millionenpublikum dabei zusehen würde, wie sie und ihr Mann Ulrich mitfieberten, während ihr Sohn Friedemann in einem Fernsehstudio vor Stars wie Andreas Bourani, Samu Haber, Yvonne Catterfeld sowie Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier auftritt. Die Show wurde bereits im Juli in Berlin aufgezeichnet, gesendet wurde sie am vergangenen Donnerstag. Wie bei „The Voice of Germany“ üblich musste Friedemann Petter wie alle Kandidaten der der ersten Runde nur durch seinen Gesang überzeugen, die Juroren sitzen mit dem Rücken zur Bühne und müssen sich innerhalb von 90 Sekunden entscheiden: Drücken sie den roten Knopf, um ihren Sessel umzudrehen oder sind sie von der Stimme nicht überzeugt? Der 27-jährige Hildesheimer, der inzwischen in Leipzig lebt und studiert, kriegte sie alle.

friedemann the voice2016 2Dass Friedemann Petter, der 2008 sein Abitur am Andreanum gemacht hat, beruflich in Richtung Musik gehen würde, zeichnete sich früh ab – was bei den Eltern auch kein Wunder ist: Ulrich Petter unterrichtet seit 1974 an der Musikschule Hildesheim und war von 1995 bis 2015 deren Leiter, Sabine Petter hat Violine und Gesang studiert, unterrichtet und gibt Konzerte. Um eine solide Basis zu schaffen, entschied sich der 27-Jährige auf Anraten seines Vaters für ein Lehramtsstudium. „Ich weiß, dass das Leben als Berufsmusiker sehr hart sein kann“, sagt Petter Junior.

Nach dem Studienstart in Hannover wechselte er vor zwei Jahren nach Leipzig und entdeckte mehr und mehr den Gesang für sich. Er hatte zwar schon am Andreanum in Musicals mitgemacht und auch danach immer mal gesungen, durchs Studium war er aber zunächst aufs Klavier fixiert. „Irgendwann fiel mir auf der Bühne auf, dass mir das Singen aber viel leichter fällt als das Klavierspielen.“

Diese Leichtigkeit war ihm beim „The Voice ...“-Auftritt anzusehen und auch zu hören, als er den Song „Jackpot“ von Teesy und Cro sang. Er habe zunächst in Sachen Castingshow auch einige Berührungsängste gehabt, erzählt er. „Aber ich habe ein Sprungbrett gesucht, das es vielleicht ein bisschen leichter machen könnte. Und die Show ist einfach eine Superplattform, auf der man sich präsentieren kann. Ich hatte mir vorgenommen, dass die erste Runde nicht peinlich wird ..., und das hat ganz gut geklappt.“

In der Tat. Nachdem sich alle Juroren umgedreht hatten, musste er sich für ein Team entscheiden. Er wählte die Sängerin Yvonne Catterfeld – die an der selben Hochschule in Leipizig Jazz- und Popularmusik studiert hat. „Yvonne war einfach sehr sympathisch, wir sind nach dem Auftritt auch direkt ins Gespräch gekommen und sie hat mir das Gefühl gegeben, dass sie versteht, was ich erreichen will.“

Mit ihr als Coach will Petter möglichst bis ins Finale kommen.

Jan Fuhrhop

 

© Archiv  Kehrwieder am Sonntag [Kehrwieder], 29.10.2016