Hildesheim (hei). Der doppelte Abiturjahrgang beschert Lehrern derzeit viel Arbeit – und vielen Schülern schulfrei. Sehr still war es gestern etwa in der Michelsenschule. Die Abiturkandidaten legten mündliche Prüfungen ab. Die übrigen Schüler durften einen verfrühten Start ins Wochenende genießen, wenngleich mit etwas mehr Hausaufgaben als üblich. Am Andreanum fallen sogar vier Schultage aus. Bis zum Dienstag ruht der normale Schulbetrieb.
Im Scharnhorstgymnasium stecken derzeit knapp 180 Schüler der Jahrgänge 12 und 13 in den Prüfungen. Normal sind um die 100. „Alles läuft reibungslos, stressig war eher die Vorbereitung“, berichtet Schulleiter Reinhard Sell. Die Schule hatte ihren Haupt-Prüfungstag am Dienstag, die übrigen Schüler bekamen an diesem Tag frei. Für regulären Unterricht hätten nicht nur die Lehrer, sondern auch der Platz gefehlt, sagt Sell. Sitzen sonst bis zu 30 Schüler in einem Raum, ist es in der mündlichen Prüfung ein einzelner, der zwei Prüfern gegenübersteht. „Und man braucht auch ein bisschen Ruhe im Haus.“
Auf den Schreibtischen vieler Lehrer warten noch Bögen der schriftlichen Prüfung auf den roten Korrekturstift. Zwei bis drei Stunden brauche er für eine Arbeit, schätzt Alfons Wilk, Lehrer am Gymnasium Josephinum. Die 17 Schüler seines Chemiekurses verfassten ihre Arbeit zur Frage, wie aus Kochsalz Kunststoff entsteht. „Das Thema hatte seine Tücken, es gab auch einiges zu berechnen“, sagt Wilk. Obwohl die Aufgaben in Hannover entworfen wurden, konnte er seine Schüler gezielt vorbereiten. Die vorgegebenen Schwerpunktthemen des Unterrichts und die Abitur-Aufgaben des Vorjahres hätten auf das diesjährige Thema hingedeutet. „Wer taktisch denkt, konnte das ahnen.“ Die meisten Arbeiten hat Wilk mittlerweile korrigiert, eine Woche der Osterferien war er damit beschäftigt.
Bei manchen Lehrern ging die zweite Ferienwoche dafür drauf, Aufgaben für die mündliche Prüfung zu entwerfen.
HAZ

