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Computerraum

computerraum02 “Wie findest du den neuen Computerraum?”

“Indem man statt zum Lehrerzimmer hoch einfach die Treppe runter geht; dort, wo der ehemalige Textilraum war!” wäre eine mögliche und auch zweifellos zutreffende Antwort auf diese (zugegebenermaßen) etwas doppelsinnige Frage, die aber angesichts eines ortsverlegten Computerraums durchaus Sinn macht.
Andere Antworten (nunmehr im Sinne einer Meinungsäußerung) lauteten sinngemäß: “Sieht wirklich gut aus!” oder “Die Gruppenarbeitstische fördern eine kooperative Arbeitsweise. ” oder “Die versenkten Monitore und freien Tischflächen sorgen für Ordnung und Übersicht!” oder “Niemand kann sich mehr hinter seinem Bildschirm verstecken.” oder “Der Raum strahlt eine angenehme Atmosphäre aus. Trotz geballter Technik sind die Menschen zu sehen, die lehren und lernen – und eben nicht die Technik!”

Das letzte Statement bringt die Sache auf den Punkt: Genauso wie es der Sinn eines Computereinsatzes in der Schule ist, den Unterricht nach Bedarf mit moderner Technik zu unterstützen, ihn aber nicht in jedem Fall technisch zu dominieren oder zu ersetzen (!), sollte auch die Gestaltung eines solchen Raumes darauf abzielen, die Technik nicht aufdringlich zu präsentieren. Mit der Einrichtung unseres neuen Computerraums, der seit Anfang dieses Schuljahres den alten Raum im Westtrakt ersetzt (dort wird jetzt textil gearbeitet), scheint dies gelungen zu sein.

1. Sechs Tisch-Inseln mit je fünf Arbeitsplätzen und ein Lehrerarbeitsplatz sind in dem 90 m² großen Raum so angeordnet, dass sich von allen Plätzen eine gute Sicht auf die Whiteboard-Tafel und bald auch eine Beamer-Projektion ergibt.
2. Die Keller-Lage des Raums sorgt vor allem im Hochsommer dafür, dass auch ohne technische Kühlmaßnahmen keine unerträglichen Temperaturen (mehr) entstehen.
3. Die Ausstattung des Raumes mit 30 Schüler-Arbeitsplätzen ermöglicht auch mit Schulklassen individuelles Arbeiten am PC, was z.B. im Unterricht für den Erwerb eines “Computerführerscheins” unerlässlich ist – nur selber üben macht in diesem Fall klug. Die Breite der Einzelarbeitsplätze ist gleichwohl so bemessen, dass auch zwei Schüler kooperativ daran arbeiten können, was in vielen Fällen ebenfalls erwünscht sein kann.
4. Die versenkt montierten Flachbildschirme, die durch entspiegelte Glasplatten hindurch betrachtet werden, ermöglichen eine gleichberechtigte und gleichzeitige (!) Anwendung klassischer Arbeitsmethoden (Benutzung von Buch und Schreibheft) wie auch der Computernutzung.
5. Die große Menge an Kabeln ist in einem Doppelbodensystem mit Teppichbodenauflage versteckt, das die Benutzung der Arbeits-Inseln ohne Stolperfallen überhaupt erst realisierbar macht.
6. Die modernen PCs, die unterhalb der Tische in speziellen Nischen stehen, verursachen kaum noch störende Geräusche. Ein Unterrichtsgespräch ist daher auch bei laufenden Geräten möglich.
7. Die Programm-Installationen auf den PCs sind durch eine spezielle Software gegen Veränderungen der Schüler geschützt. Die Gefahren durch eine versehentliche (und auch mutwillige) Fehlbedienung der Rechner sind so weitestgehend minimiert.

Es sollte an dieser Stelle Gelegenheit sein, dem Schulträger für die außerplanmäßige Bereitstellung der Finanzmittel für dieses aufwändige Computerraumprojekt zu danken. Ohne die wohlwollenden Entscheidungen des Kuratoriums und der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers hätten wir diesen Kraftakt nicht umsetzen können.
Ein intensiver Dank gebührt ebenfalls unserem Hausmeister Herrn Senne, der unser Projekt durch tatkräftige Eigenleistung und kreatives Mitdenken unterstützt hat, und dem Leiter des Amtes für Bau- und Kunstpflege, Herrn Fischer, der durch baufachliche Beratung und konstruktives Krisenmanagement während der Bauphase manche Klippe umschiffen half.
Ein weiterer großer Dank geht aber auch an die Mitglieder des Computerteams, die in vielen nachmittäglichen Treffen unter der professionellen Leitung unseres Consulters Arndt Latußeck die große Linie und die vielen kleinen Details bedacht haben, die bei der Durchführung eines solchen technischen Projektes anfallen.

computerraum01Methodisches:

Mit dem Entwurf, der Endfassung, der praktische Erstanwendung und der nötigen Rückkopplung didaktischer Konzepte verhält es sich ähnlich wie bei Entscheidungen über die technische Realisierung: Bei jedem neu anstehenden Schritt sollte überprüft werden, inwieweit die rasante Entwicklung der Neuen Medien die Perspektive verändert.
So ist beispielsweise der Entwurf für einen “Computerführerschein” seinerseits bereits das Produkt mehrfacher Änderungen gewesen, bedingt auch durch die stark veränderte räumliche und technische Situation nach den Sommerferien. Wenn der Computerraum mit dem kompletten Klassensatz an Rechnern ausgestattet ist, werden wir zunächst mit einer sechsten Klasse in einem Pilotprojekt Methoden und Inhalte testen. Der ursprüngliche Plan, dieses Vorhaben in den Deutschunterricht zu integrieren, wurde verworfen und stattdessen ein fachunabhängig einsetzbares Konzept entwickelt.

Bei einem “Computerführerschein” geht es übrigens nicht darum, den Unterricht zu verlagern vom Buch zum Bildschirm, von Auswendiglernen zum “Surfen”, von der Quellenarbeit zum Abkupfern, von der Bildung zum Amüsement. Es geht nicht darum, die Welt mit dem Computer, statt immer noch mit den Händen, Füßen und der eigenen Vorstellungskraft zu erforschen. Es geht zunächst um Handwerkliches: Das Starten eines Rechners, Einloggen in das System, Einrichtung und Pflege der eigenen Dateien oder der Umgang mit Speichermedien sind Fertigkeiten, die einerseits schnell erlernbar sind, andererseits aber durchaus auch systematisches Vorgehen erfordern. Hinzu kommt bei den Anfängern der Umgang mit einer Textverarbeitung (Grundlagen der Formatierung / Schriftarten und -größen, Aufzählungen, Nummerierungen, Tabellen, Farben / Öffnen und Speichern von Dateien / Aufrufen des Druckers). Konsequenterweise werden diese handwerklichen Fertigkeiten Bestandteil des Methodenkonzepts der Schule.

Bestandteil des Methodenkonzeptes unserer Schule ist darüber hinaus natürlich auch der verantwortungsvolle und effektive Umgang mit dem Internet. Hier gilt es u.a. im Fachunterricht Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die Gefahren vermeiden und Chancen nutzen helfen. Inwieweit über die elektronische Nutzung von Nachschlagewerken hinaus fachbezogene Software (z.B. Vokabeltrainer oder mathematische Simulationsprogramme) angewendet wird, entscheiden die Fachschaften bzw. Fachkollegen.

Paul Martin Schencke (techn. Teil), Carsten Hennies (method. Teil)

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