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Der Schulträger

deutsch - holländische Begegnungen

Fahne Niederlande DeutschlandEin fast frühlingshafter Donnerstagnachmittag im Hildesheimer Ostkreis: weithin sichtbar flattert eine rot-weiß-blaue Fahne über einer Grundstückseinfahrt. Und tatsächlich weist sie einem Fahrzeug mit gelbem Autokennzeichen erfolgreich den Weg. Nur 24 Stunden später verlässt dieses Fahrzeug den Schulparkplatz des Andreanum. Dazwischen liegt eine für beide Seiten sehr intensive Begegnung.

Zwei Kollegen der Prins-Maurits-Schulgemeinschaft der südholländischen Inselgemeinde Middel-harnis (ca. 30 km und 20 Busminuten von Rotterdam entfernt) haben tatsächlich staufrei 500 km hinter sich gebracht. Andre Knulst, der dortige Oberstufenkoordinator, und Gerdien de Vries, die Spezialistin für den Deutschunterricht, wollen nach ersten Kontakten aufgrund eines Zeitungsartikels über zwei unserer Zehntklässler (vgl. Jahresbericht zum Andreastag 2018) auf der Insel Goeree-Overflakkee das Andreanum als eine breit aufgestellte Schule in der Trägerschaft der evangelischen Landeskirche Hannover kennenlernen.

Hollaender Gespraech

Die Prins-Maurits-Schule bietet ca. 1500 Schülern - wie in den Niederlanden allgemein üblich – die Möglichkeit, verschiedenste berufspropädeutische Schul-abschlüsse bis hin zum Abitur abzulegen. Dabei wird die Schule getragen von einem Förderverein, der sich aus Vertretern von sechs verschiedenen evangelischen Glaubensrichtungen zusammensetzt. Mit den beiden Lehrkräften sind die beiden Zehntklässlerinnen Marith und Helene angereist.

 

 

Spontan beginnt der Besuch mit einer Erkundung des landwirtschaftlich geprägten Hildesheimer Umfeldes, wo der Unterschied zwischen südholländischem Sandboden und schwarzem Bördeboden den holländischen Erdkundekollegen ebenso begeistert wie die Tatsache, plötzlich auf einem deutschen stillgelegten Erdölfeld zu stehen, ist sein Alltag doch von dem Anblick der Rotterdamer Raffinerien geprägt. Während die Jugend – betreut von vier begeisterungsfähigen, dem Andreanum verbundenen Schülerinnen und Schülern, Clara, Finn, Georg und Katrina – auf ihre Weise ein vertrautes Miteinander entwickelt und sich nur kurzfristig zur Nahrungsaufnahme wieder einfindet, kommt es zu einem ersten kollegialen Gedanken-austausch bis – wie die Holländer sagen – in die kleinen Stunden. Der nächste Morgen führt uns pünktlich zur 1. Stunde an den Hagentorwall. Die Schülerinnen nehmen am Unterricht teil, vermitteln einer interessierten Kleingruppe (der AG „Oranje boven“) unserer Schülerschaft eine lebendigen Eindruck ihrer Schule und ihrer Sprache, begegnen unserer Schulleitung. Die beiden Lehrkräfte ver-schaffen sich bei einem Schulrundgang einen ersten Überblick über die Vielfältigkeit des Andreanum, amüsieren sich über unsere für ihr Verständnis kleinen Stellflächen für Fahrräder und präsentieren unserer Schul-leitung in wechselnder Konstellation einen Einblick in ihren südholländischen Schulalltag.

Hollaender SchuelerAbgerundet wird das Ganze mit einem dreistündigen Erkundungsgang durch die Hildesheimer Innenstadt, die sich bei strahlendem Sonnenschein von ihrer einladendsten Seite präsentiert – die Kirchenbauten des Heiligen Bernward, die Andreaskirche als Keimzelle unserer Schule und der Marktplatz mit seiner facettenreichen Architektur wecken die Vorfreude bei unseren Kollegen auf den nächsten Besuch bei uns, der am 10. Mai 2019 mit knapp 60 Zwölftklässlern stattfinden wird, die auf der Rückreise einer Berlinfahrt Station am Hagentorwall machen werden. In Planung ist bei den holländischen Schülern bereits u.a. eine Präsentation des holländischen Schul- und Universitätssystems, das ja immer häufiger auch in den Blick einiger unserer Abiturienten fällt. Gleichzeitig erhoffen sie sich, in Kleingruppen unter interessierter Leitung durch Schüler unserer Jahrgänge 11 und Q2 einen Einblick in unsere Stadt zu bekommen. Wir sammeln noch Mitstreiter! 

Wir konnten feststellen, dass verschiedene Muttersprachen keine Barriere darstellen müssen, die sich nicht mit Begeisterung (durchaus in vielschichtiger Bedeutung) aufheben lassen. Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule stehen nach den gemeinsamen Abendstunden mit den beiden Schülerinnen von der Insel dank der heute alltäglichen Kommunikationsmittel in regelmäßigem Kontakt und ein privater Besuch in den Osterferien ist bereits mehr als nur angedacht. 

Die zehn Siebtklässler, die sich im Rahmen ihrer Pflicht-AG für eine Beschäftigung mit den Niederlanden (Kultur und Sprache) entschieden haben,  versuchen, sich nicht von den anfänglichen Problemen der technischen Ausstattung unserer Schule abbringen zu lassen, um möglichst direkt durch eigene Filme in Kontakt mit Schülern der Prins-Maurits-Schule zu treten und einen oftmals in Deutschland unbekannten schwarzen Fleck auf der europäischen Landkarte für sich bunt zu füllen.

Eine in den Raum geworfene Frage beschäftigte die Lehrer beider Schulen immer wieder: Was können wir voneinander lernen?

Unser Besuch war beeindruckt von der gewachsenen Gebäudelandschaft des Andreanum, die die Breite unserer Wissensvermittlung zeigt, der räumlichen Ein- und Anbin-dung an eine geschichtsträchtige Innenstadt bis hin zur Stadtmauer im  Andachtsraum, und eben

diesem Schmuckstück unserer Schule, das fast Neidgefühle aufkommen ließ. Wir Deutschen waren in unterschiedlichem Maße geradezu überrollt von der unkomplizierten Offenheit unserer Kollegen, die immer wieder betonten, dass eine christliche Schule in den Niederlanden nur dann ihre 100%-Staatsfinanzierung erhält, wenn die überzeugte  Arbeit des direkt bei der Schule angestellten Einzelnen täglich, um nicht zu sagen schulstündlich, in einer historisch gewachsenen  kulturellen Vielschichtigkeit eine Identifizierung mit dem Schulselbstverständnis widerspiegelt.

Bei Nachfragen und Interesse an diesem neuen Kontakt in dem vielschichtigen internationalen Geflecht an unserem Alltag am Andreanum  wende man sich bitte an  

Dr. Armgard Heine.