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Der Schulträger

Schlagabtausch zum Bettelverbot

f beckmann 2017Schüler bringen beim Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ Pro- und Contra-Argumente vor

Hildesheim. Sollte das Betteln in Innenstädten verboten werden? Das Verbot ist sinnvoll, argumentierten Felix Beckmann (15) und Janina Klenke (16) am Mittwochmorgen im Telemannsaal des Andreanum. Nach Angaben der Zehntklässler könnten arme Menschen dadurch in die Arbeitswelt integriert werden. „Ein Bettelverbot verstößt gegen die Europäische Menschenrechtskonvention“, hielt Ann-Sophie Linnartz (16) dagegen. Unterstützt wurde sie im Regionalentscheid des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ von Morten Trombach: „Die Kapazitäten der Polizei dürfen nicht verschwendet werden“, betonte der 16-Jährige.

Die Schüler haben schon einige Erfahrungen mit Wortgefechten: Das war der Debatte anzumerken, die im Andreanum ausgetragen wurde. Die Schulsieger des Gymnasiums trafen bei dem Regionalentscheid auf die besten Redner aus der Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim und der Ernst-Reuter-Schule in Pattensen.

Bevor die Zehnt- und Elftklässler sich mit dem Betteln in Innenstädten beschäftigten, lauschten die Schüler im Telemannsaal den Debattanten der achten und neunten Klassen: Für die Frage, ob im Deutschunterricht Gedichte auswendig gelernt werden sollten, fanden Carlo Nogueira (15), Mauritz Dortmund (15), Moritz Vette (14) und Max Habermann (14) Pro- und Contra-Argumente. Am Ende hatte die Jury die Qual der

Wahl: Neben Lehrern und Schülern bewertete der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal die Schüler. Carlo Nogueira vom Andreanum und Ann-Sophie Linnartz von der Ernst-Reuter-Schule konnten sich mit ihren überzeugenden Argumenten und ihrer klaren Ausdrucksweise durchsetzen. Am 7. März werden sie beim Landeswettbewerb im Landtag Hannover antreten. Vorher besuchen sie eine dreitägige Rhetorik-Schulung. Die Sieger des Bundesfinales Mitte Juni in Berlin bekommen ein Stipendium für ein Studium an einer renommierten Hochschule.

Bundesweit machen rund 200 000 Schüler bei „Jugend debattiert“ mit. Immer mehr Universitäten und Schulen bieten zudem Debattier- Clubs an: „Es gibt in den letzten Jahren einen Boom“, erzählt Lorenz Heimbrecht, der am Andreanum Musik und Philosophie unterrichtet. Seit 2012 schult er Interessierte zudem in einem Wahlpflichtkurs und im Seminarfach in der Rhetorik. Das Erlernen von einer guten Gesprächshaltung sei eine wichtige Vorbereitung auf das mündliche Abitur und auf das Berufsleben.

Auch die Schüler sind zufrieden mit dem Lernerfolg: „Wir lernen frei zu sprechen, ohne den Faden zu verlieren“, erzählt Ann-Sophie Linnartz. „Und wir müssen eine Sache vernünftig hinterfragen“, sagt Morten Trombach. Bei dem Wettbewerb ist zudem Spontaneität gefragt: Die Schule teilte den Teilnehmern die Fragestellung zehn Tage im Voraus mit. Erst eine Dreiviertelstunde vor dem Auftritt erfuhren sie jedoch, ob sie Pro oder Contra argumentieren.

rhu

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 19.01.2017