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Der Schulträger

Aufklärung 2.0? Wie soll denn das funktionieren?

Professor Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker diskutierte die Zukunft des Planeten

 

 GIG9772Schulleiter Dirk Wilkening (rechts) begrüßt Professor Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker

 
"Wir brauchen eine neue Aufklärung für eine volle Welt!" Für diesen Satz wurde Professor Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker von Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10 bis 12 mit Applaus belohnt, nachdem ihn ein Schüler gefragt hatte, ob er seinen zuvor gehaltenen Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit in nur einem Satz zusammenfassen könne. Der emeritierte Professor für Biologie war am 4. Dezember 2018 in der ersten und zweiten  Stunde am Andreanum zu Gast, um einen Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit zu halten und den neuen Bericht des Club of Rome mit dem Titel "Wir sind dran" vorzustellen. Der Vortrag fand in Kooperation mit der Evangelischen Bildungslandschaft des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt statt und wurde vom Freundeskreis des Andreanum ermöglicht.

                                                                                        

 

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Nach einer kurzen persönlichen Vorstellung seines Werdegangs erklärte von Weizsäcker, der Mitglied der SPD ist und von 1998 bis 2005 auch Abgeordneter im Deutschen Bundestag war, den Schülern die Arbeit des "Club of Rome", eines Zusammenschlusses von Experten verschiedener Disziplinen aus mehr als 30 Ländern, welcher im Jahr 1968 gegründet wurde. Die 100 Mitglieder dieses Clubs setzen sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. 

Nur kurz erwähnte von Weizsäcker den international bekannten Bericht "Die Grenzen des Wachstums", der bereits 1972 von den Experten veröffentlicht wurde. Zwar stimme die Hauptaussage dieses Berichts, dass die ständige Ausrichtung der Menschheit auf Wachstum irgendwann die Grenzen unseres Planeten sprengen werde, nach wie vor. Aber dennoch sah sich der Club of Rome 45 Jahre später - aufgrund veränderter Rahmenbedingungen - dazu verpflichtet, einen neuen Bericht mit dem Titel "Wir sind dran!" zu veröffentlichen. Der Titel des Buches sei bewusst zweideutig gewählt:  Einerseits seien wir damit dran zu handeln und unser Verhalten zu verändern, andererseits würden wir dran sein, sollten wir dies nicht tun.

 

Besonders interessant: Der Club of Rome sieht heute die Lösung des Problems in einer zweiten Aufklärung der Menschheit, die an die neuen Rahmenbedingungen angepasst ist. Im 17. und 18. Jahrhundert sei die Welt im Vergleich zu heute noch "leer" gewesen. Unsere "volle Welt" von heute brauche vor allem eins: Balance, insbesondere zwischen Menschen und Natur, aber zum Beispiel auch zwischen Geschwindigkeit und Stabilität. 

In "Wir sind dran!" nennen die Experten auch konkrete Beispiele, an denen man sich orientieren sollte, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Eins davon sei die deutsche Energiewende.  

Bei den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe kam der Vortrag von Weizsäckers sehr gut an: Dass sie zum (Um-)Denken angeregt wurden, merkte man schnell an den tiefgehenden Fragen, die dem Professor im Anschluss gestellt wurden. An den etwa 40-minütigen Vortrag schloss sich noch ein intensives Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern an, das am Ende aus Zeitgründen - und nicht etwa aufgrund eines Mangels an weiteren Fragen -beendet werden musste. Komplexe Vorschläge wie eine zweite Aufklärung sind eben nicht von jetzt auf gleich zu verstehen und vor allem nicht zu verwirklichen. 


Eine Nachricht ist allerdings sofort bei allen Zuhörern angekommen: Die Menschheit muss handeln, und zwar jetzt. 

 

Text: Katja Heyken/ Fotos: S. Baramsky 

 

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