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Der Schulträger

Andreanum: Schülerin an Masern erkrankt

Ohne ausreichenden Impfschutz droht Schülern und Lehrern der Zwangsurlaub / Heute werden alle kontrolliert 

Von Marita Zimmerhof 

HILDESHEIM. Helle Aufregung am Andreanum: Eine der Schülerinnen ist an Masern erkrankt. Die Virusinfektion ist hochgradig ansteckend, kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Das Gymnasium hat deshalb unmittelbar nach Bekanntwerden des Falls am Mittwochnachmittag die Eltern der betroffenen fünften Jahrgangsstufe informiert, gestern Morgen setzte die Schule dann auch alle anderen Schüler, Lehrer, Mitarbeiter in Kenntnis. „Wir haben alle verfügbaren Informationskanäle genutzt“, sagt Schulleiter Dirk Wilkening. 

Es genügt bereits, mit einem Erkrankten zu sprechen oder ihm die Hand zu schütteln: Über Körperkontakt oder mikroskopisch kleine Tröpfchen, die beim Sprechen, Niesen, Husten in die Raumluft gelangen, kann man sich mit dem Virus infizieren. Nahezu 100 Prozent der Menschen, die mit ihm in Kontakt kommen, stecken sich auch an. Kein Wunder also, dass im Andreanum alle Alarmglocken schrillten, sobald der Fall über den Nachweis spezifischer Antikörper bestätigt war. 

Vor Masern gibt es nur einen verlässlichen Schutz: die Schutzimpfung. Doch nicht alle Kinder haben einen sicheren Impfstatus; entweder, weil die zweite Impfung vergessen wurde oder Eltern die Schutzimpfung aus prinzipiellen Überlegungen ablehnen. Deshalb hat die Schule alle Kinder und Erwachsenen aufgefordert, heute ihren Impfpass mitzubringen, das Gesundheitsamt will jeden Fall begutachten. Wer nicht ausreichend geimpft ist, so Wilkening, wird wegen der langen Inkubationszeit bis zum 5. März vom Schulbesuch ausgeschlossen. Zudem werde es Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder in dieser Karenzzeit zur Schule schicken. 

Etwas Vergleichbares habe er weder als Schüler, noch als Lehrer oder Schulleiter bisher erlebt. Weil Masern aber alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit sind, ist schon der Verdacht auf die Krankheit meldepflichtig. Innerhalb von 24 Stunden muss das Gesundheitsamt informiert werden. Nach dem Infektionsschutzgesetz dürfen Infizierte keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen, bis sie nach Ab- klingen der Erkrankung keine Viren mehr ausscheiden. Ziel ist, die Infektionskette zu unterbrechen. An der heute beginnenden Berlin- Fahrt der zehnten Klasse dürfen nur geimpfte Kinder teilnehmen. Eine Impfpflicht aber gibt es nicht. 

2017 wurde dem Gesundheitsamt kein, 2018 ein Fall von Masern gemeldet. Seit Mitte Januar aber sind Masern wieder da. Zunächst traten sechs Fälle in drei Familien auf, die vermutlich von einer gemeinsamen Quelle ausgehen. Aktuell sind zehn Fälle labordiagnostisch nachgewiesen, darunter ein Kind, das noch kurz vor Ausbruch der Erkrankung in der Schule war. Wer zweimal gegen Masern geimpft ist oder früher selbst Masern hatte, ist weitgehend geschützt. Wer bisher nur einmal geimpft wurde, sollte laut Gesundheitsamt die fehlende Impfung unverzüglich nachholen.

 

Rote Flecke erst viel später

Erst acht bis zehn Tage nach einer Maserninfektion treten erste Symptome auf: Fieber, Schnupfen, Husten, Bindehautentzündung, Ausschlag an der Mundschleimhaut. Nach 14 Tagen erscheinen dann für vier bis sieben Tage die roten Flecke auf der Haut. Komplikationen können durch die Immunschwäche Lungenentzündung, Durchfall, Schnupfen sein, schlimmstenfalls kommt es zur Hirnentzündung, die zu 10 bis 20 Prozent tödlich endet. ha 

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 22.02.2019