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Der Schulträger

Halleluja Berlin!

10 L 2 in Berlin 2019Die 10 L 2 zu Besuch im Deutschen Bundestag

 

Frühes Aufstehen war angesagt, denn um kurz nach sechs fuhr der Zug in Richtung deutsche Hauptstadt: Auf Einladung von Ottmar von Holtz, Bundestagsabgeordneter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, konnte die Klasse 10 L 2 kürzlich den Deutschen Bundestag in Berlin besuchen. Am Nachmittag stand dann ein Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, dem einstigen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatsicherheit („Stasi“) der DDR auf dem Programm des knapp 18-stündigen Berlinbesuchs.

 

 

Mit kurzem Umstieg in Wolfsburg erreichte die 10 L 2 um 9.22 Uhr den Berliner Hauptbahnhof, um von dort zu Fuß zum Westportal des Reichstages zu gehen. Der Sicherheits-Check-in funktionierte, von Kleinigkeiten (Trillerpfeife, Nagelnecessaire) abgesehen, reibungslos, so dass die Schülerinnen und Schüler und begleitende Lehrkräfte pünktlich um 10.02 auf der Besuchertribüne des Bundestages platznehmen konnten. Eine Stunde lang konnten wir die Debatte mit verfolgen. Auf dem Programm stand einer von der Fraktion der AfD eingebrachte Gesetzentwurf zur Änderung des Gesetzes über ergänzende Vorschriften zu Rechtsbehelfen in Umweltangelegenheiten nach der EG-Richtlinie 2003/35/EG (Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz – UmwRG). Hinter dem sperrigen Titel verbarg sich eine lebhafte Debatte zu der Frage, ob der Deutschen Umwelthilfe (deren Klagen in einigen Großstädten zu Fahrverboten geführt hat), die Gemeinnützigkeit und deren finanzielle Vorteile entzogen werden sollte.

Direkt vom Plenum aus ging es in einen Besprechungsraum, wo wir auf den Bundestagsabgeordneten von Holtz stießen, der mehr als eine Stunde lang alle Fragen der Schülerinnen und Schüler (SuS) ausführlich beantworte: Von Biographischen „wie sind sie in die Politik gekommen“ über den Umgang mit Extremismus und populistischen Parolen bis zu „Fridays for Future“ reichte die spannende Themenpalette.


'Natürlich blieb auch noch etwas Zeit, um von der Reichstagskuppel aus Berlin zu betrachten. Im Besucherrestaurant konnten sich die Klasse im Anschluss stärken, ehe es auf den Fußmarsch zum Bahnhof Friedrichsstraße und von dort via Berlin-Alexanderplatz mit der Straßenbahn nach Hohenschönhausen ging, wo wir mit leichter Verspätung ankamen. Per Dokumentarfilm wurde der Stasikomplex Hohenschönhausen als Einführung vorgestellt.


Die Klasse teilte sich anschließend in zwei Gruppen auf, die jeweils von einem ehemaligen Haftinsassen über das Gelände geführt wurden und dabei einen lebendigen Eindruck über den monströsen Gefängniskomplex und die perfiden Haft- und Verhörbedingungen vermittelt bekamen. Ein kleines, belangloses Vergehen reichte oft schon aus, um hierher zu kommen. Dies zeigte das Beispiel „unseres Häftlings“, der lediglich ein unliebsames Plakat abgerissen hatte und dabei beim zweiten Mal in eine vorbereitete Falle der Stasi ging. Dafür saß der damals 19-jährige mehr als ein Jahr in Untersuchungshaft. Dabei war der Ort in der DDR streng geheim, Gefangene wurden über stundenlange Umwege in Kastenwagen transportiert, damit er nicht identifizierbar war. Deshalb wurde das Gefängnis in der Wendezeit auch nicht von Bürgerrechtlern besetzt.

Nach knapp zwei Stunden bedankten sich beeindruckte Schülerinnen und Schüler bei beiden Führern. Es ging zurück zum Alexanderplatz, von wo aus die Hauptstadt in Gruppen noch selbstständig erkundet werden konnte. Um 21.40 Uhr fuhr der letzte Zug Richtung Hildesheim zurück, das wir um 0.02 Uhr pünktlich wieder erreichten.

Jörn Surborg