Zum Schul-IServ...

IServ Logo klein RGB clean

 

 


geht es hier

Aus der Galerie

Der Schulträger

Jetzt sollen die Schüler ein Auge auf die Toleranz haben

HAZ Toleranzfestival160 Workshops, Ministerpräsident Weil zu Gast, Jan Delay als Gaststar: Das Toleranzfestival vom19. bis 21. September nimmt Gestalt an

Von Christian Harborth

Hildesheim. An der Robert-Bosch-Gesamtschule ist man weit davon entfernt, sich mit Superlativen rundum das anstehende Toleranzfestival zu brüsten. Aber man müsste wohl auch in der Vergangenheit lange suchen, um eine Schulveranstaltung ähnlicher Größenordnung in Hildesheim zu finden. Tausende Schüler aus Stadt, Landkreis und weiterem Umland melden sich derzeit auf der Homepage www.toleranzfestival.de für einen der160 Workshops an, die am Freitag, 20.September, angeboten werden.

Das Andreanum stellt an diesem Tag den Unterricht komplett ein, um seinen 850 Schülern und Lehrern die Teilnahme an den Angeboten zu ermöglichen. Gleichzeitig bietet das Gymnasium vom Hagentorwall selbst 42 Workshops an. Für Schulleiter Dirk Wilkening ist es wichtig, dass das Andreanum geschlossen ein Signal gegen Rassismus und Ausgrenzung setze. „Wir müssen an dieser Stelle unser gesamtes Gewicht in die Waagschale werfen“, sagt er.

Auslöser war eine Anfrage der Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei der Stadt. RBG-Schulleiter René Mounajed hatte zu einer freiwilligen Fotoaktion gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufgerufen (die HAZ berichtete). Die AfD sah seine Kompetenzen überschritten und hakte bei der Stadt nach. Der Vorgang löste einen Sturm der Entrüstung aus. Der Auslöser hallt noch nach, er ist an der RBG aber kein Thema mehr. „Es geht uns jetzt darum, diese negative Erfahrung in eine positive Richtung zudrehen“, sagt Mounajed. Wie soll man ganz allgemein mit Menschen umgehen, die die Demokratie ablehnen und das Wertesystem in Frage stellen? Die falsche Nachrichten verbreiten, die Wahrheit verdrehen und zu Gewalt gegen Andersdenkende aufrufen?

All dies sind Fragen, mit denen sich die Schüler auch während des Toleranzfestivals auseinandersetzen sollen. Andreanum, Michelsen- und Walter-Gropius-Schule,  Technologiezentrum, Sportstätten von Eintracht, Kletterhalle des Alpenvereins, Kreis-und Gewerkschaftshaus –die Liste der Veranstaltungsorte und damit gleichzeitig der Unterstützer ist lang. Die Workshops sind zwar ausschließlich für die Schüler gedacht, aber darüber hinaus wird man an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet feststellen, dass Toleranzfestival ist. Zum Beispiel auf dem Marktplatz, wo es von 10 Uhr an Konzerte geben soll. Für 15 Uhr haben sich hier etwa die Lokalmatadoren der Blues Guys angekündigt.

Während die öffentlich auf dem Marktplatz zu sehen sind, ist das Konzert von Hip-Hopper Jan Delay am Abend in der Volksbank Arena nur für Schüler gedacht. Sie müssen einen symbolischen Betrag von 5 Euro für den Eintritt bezahlen –vor allem deshalb, weil das Festival laut Organisatoren bis zu 100000 Euro kosten wird. Stargast Jan Delay will davon keinen Cent sehen. „Er tritt kostenfrei auf“, sagt Mounajed.

Ebenfalls hochkarätig geht es bei der Eröffnung im Audimax der Uni zu. Hier wollen sich etwa Politiker wie Ministerpräsident Stephan Weil, Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der Bundestagsabgeordnete Ottmar von Holtz, Landtagsabgeordnete Laura Hopmann und Hildesheims Oberbürgermeister Ingo Meyer positionieren.  Daneben werden auch Regisseurin Sigrid Klausmann und Autorin Helga Hirsch zu hören sein.  Letztere hat gerade ein Buch mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck veröffentlicht. Sein Titel: „Toleranz“.

 

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 29.08.2019