Auszeichnung für Lisa Krusche

Lisa Krusche BachmannpreisFür den ersten Platz hat es am Ende nicht ganz gereicht. Doch Lisa Krusche ist dennoch überglücklich: Sie hat am Sonntag den mit 12 500 Euro dotierten Deutschlandfunk-Preis erhalten. Die gebürtige Hildesheimerin war eine von 14 Schriftstellerinnen und Schriftstellern in der Endrunde um den Ingeborg-Bachmann-Preis, einen der renommiertesten Literaturwettbewerbe im deutschsprachigen Raum. Im Finale unterlag Krusche der 80-jährigen Autorin Helga Schubert. Die Autorinnen wurden bei einer virtuell gehaltenen Preisverleihung ausgezeichnet.

Im Kreise von Freunden verfolgte Lisa Krusche die Preisverleihung in ihrer Wohnung in Braunschweig. „Das war spannend bis zur letzten Minute“, erzählt sie im Anschluss. Wegen Stimmengleichheit gab es zwei Stichwahlen. In der um den Deutschlandfunk-Preis setzte sich die Hildesheimerin durch. Die freute sich auch über den dazugehörigen Geldpreis: „In Zeiten von Corona hat es die Kultur besonders schwer.“

Die Geschichte der 29-Jährigen Krusche spielt in einer vermüllten, trostlosen Welt. Die Protagonistin Judith ist scheinbar die einzige Überlebende einer großen Katastrophe. Die Story orientiert sich an Computerspiel-Mechanismen, in denen Avatare und Bots wichtige Rollen spielen. Schon seit ihrer Schulzeit am Andreanum widmet sich Lisa Krusche dem Schreiben. Ihre erste Veröffentlichung als Schülerin war ein Buchtipp in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung bei einer Aktion der Stadtbibliothek. Inzwischen ist sie als freie Mitarbeiterin der Kulturredaktion aktiv, hat für diverse Unternehmen als PR-Journalistin gearbeitet.

Ihr Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem literarischen Schreiben. 2019 war sie unter anderem Stadtschreiberin im österreichischen Hall und gewann einen Preis der Literaturzeitschrift Edit. Im kommenden Frühjahr wird ihr Debütroman im S. Fischer-Verlag erscheinen.

uli/ran

 

Der vollständige Text von Lisa Krusche beim Bachmannpreis ist hier zu nachzulesen.

 

Text und Foto: Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 22.06.2020