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Endlich geschafft - ab dem 18.12.2020 darf sich das Andreanum offiziell 'Fairtrade School' nennen. Ein positiver Abschluss für das Jahr. Eine digitale Feier soll im Frühjahr stattfinden, seid gespannt!

Der Schulträger

Vom manchmal schwierigen Primat der Politik

Vortrag Jugendoffizier 9.12.2020
Schlepperbanden gefährden Menschenleben mit Seelenverkäufern beim gefährlichen Weg über das Mittelmeer.

Die Bundeswehr rettet im Rahmen der Operation Sophia so gut es geht Menschenleben, aber die Bote der Schlepperbanden zerstören darf die Bundeswehr nicht: Primat der Politik, denn ein Nato-Partner fürchtet um seine Öllieferungen, wenn die Auslandsmission der organisierten Kriminalität vor der lybischen Küste die Geschäftsgrundlage zerstört.

Und noch ein zweites Beispiel hat der Jugendoffizier Kapitänleutnant Florian Rohmann aus Braunschweig für die Schülerinnen und Schüler der Q2-Politikurse Jahn und Surborg vom Andreanum für den Vorrang der Politik bereit: 

 

Wenn die Bundeswehr wieder im größerem Umfang Panzer beschafft und 1.000 Soldaten im Baltikum stationiert, da geht es darum folgende politische Bündnistreue zu symbolisieren: „Wir stehen zu unserer Natoverpflichtung die osteuropäischen Staaten gegenüber einem möglichen Aggressor aus dem Osten zu verteidigen.“  Im Ernstfall dürfte dieses Kontingent allerdings keinerlei praktische Bedeutung haben. Als Abschreckung gegenüber den seit 2014 verstärkt offenensiv agierenden Russland daher tatsächlich nur bedingt funktionieren.

Ein wenig fühlt man sich bei solchen widersinnigen Aschreckungsszenarien an den derben Humor von Berlinerinnen und Berlinern aus dem Jahr 1945 erinnert, die auf die Frage, wie lange die eilig gebaute Panzersperre an der Straßenecke wohl dem Ansturm der Roten Armee standhalte, antworteten: „Zwanzig Minuten. 19 Minuten lachen sich die Russen kaputt, in einer Minute schießen sie die Barrikade zusammen.“ Um so mehr sind die Entwicklungen, bei denen manche Politiker schon von einem neuen Klaten Krieg sprechen, in den Blick zu nehmen.

Zwei Schulstunden und länger dauert der sicherheitspolitische Vortrag, der schnell zu einem aktiven Dialog mit den Schülerinnen und Schülern wird. Florian Rohmann antwortet auch auf die kritischen Fragen authentisch und kenntnisreich. Dies zeichnet seinen spannenden Vortrag aus, der zudem sich etwa auch aus eigenen Erfahrungen als teilnehmender Offizier an der Mission Sophia speist. Beide Kurse haben sich seit Schuljahresbeginn mit Außen- und Sicherheitspolitik, internationalen Krisen, Auslandseinsätzen, der Rolle und den Aufgaben der Bundeswehr beschäftigt und fragen etwa auch, warum in Syrien das westliche Bündnis trotz massiver Menschenrechtsverletzungen eben nicht eingreift, auch hier dominieren politische Interessen und die Blockade des UN-Sicherheitsrates die Haltung der westlichen Demokratien. 

So ist es letztlich ein gutes Zeichen, dass der Jugendoffizier mit seinem Vortrag in der geplanten Zeit nicht durchkommt, denn „eure Fragen haben Vorrang“. Mitte Januar wird es deshalb eine Fortsetzung geben, dann werden die Schülerinnen und Schüler selbst in die Rolle der Diplomaten im Sicherheitsrat schlüpfen. 

Jörn Surborg