Andreaskreuz 170

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Der Schulträger

Da stehen sie nach 60 Jahren wieder

Andreaner treffen sich in früherer Schule zum Diamant-Abitur und stellen ein altes Klassenfoto nach

13B 1956 2016HILDESHEIM. Dass ein Ehepaar seine diamantene Hochzeit feiern kann, kommt heute schon nicht mehr allzu häufig vor. Dass aber ein Abiturjahrgang nach 60 Jahren wieder zusammenkommt, dürfte wohl noch einen größeren Seltenheitswert haben. 14 ehemalige Schüler des Andreanums haben sich am Freitag nach 60 Jahren in ihrer alten Schule getroffen und in Erinnerungen geschwelgt.

22 Mann der Klasse 13B haben 1956 ihren Abschluss am „Humanistischen Gymnasium für Jungen“ bekommen. Fünf dieser Ehemaligen sind bereits verstorben. Gut zehn der Verbliebenen treffen sich regelmäßig zur Weihnachtszeit in gemütlicher Runde. Wenn dann aber eine runde Zahl ansteht, kommen auch die Ehemaligen aus dem weiteren Umfeld angereist, erzählte Klaus Gossow, der die Klassentreffen organisiert.

13B 1956 2016 2Zum Diamant-Abitur haben sich die Rentner ein richtiges Mammutprogramm vorgenommen. Los ging es gestern mit einer Besichtigungstour durch die früheren Räume des Andreanums. Heute ist dort im Pfaffenstieg die Volkshochschule zu finden – und so mancher Raum kaum wiederzuerkennen.

Zunächst besuchte die Herrenrunde die frühere Aula, den heutigen Riedel- Saal. Dort wurden die Abiturienten vor sechs Jahrzehnten verabschiedet. Und kaum nahmen sie auf den Stühlen Platz, sprudelten auch schon die Erinnerungen aus ihnen heraus. Vor allem Albert Wieses Verabschiedung blieb der Jungenklasse präsent.

„Da gab es großes Gelächter, als ich mit all meinen Vornamen auf die Bühne gerufen wurde“, erinnerte sich Wiese. Auf dem Papier heißt er nämlich Albert Gustav Alfred Hansalbrecht Erich Wiese – was bis zum damaligen Zeitpunkt keiner seiner Mitschüler wusste. Der Salzgitteraner Klaus Gussow konnte sich gestern eine Stichelei nicht verkneifen: „Und du glaubst, wir haben deswegen gelacht?“, fragte er scherzhaft. Es ist ein lockerer und vertrauter Umgangston innerhalb der Gruppe.

Es gibt so viele Erinnerungen, die der Abiturjahrgang 1956 teilt: die Morgenandachten jeden Montag um 8 Uhr in der stickigen Aula, Hermann Hesses Gedicht „Stufen“, das viele immer noch aus dem Stegreif aufsagen können, die Orchesterproben auf der Bühne oder die Pflichtfremdsprachen Latein und Griechisch.

Bei der Schulbesichtigung haben die größtenteils über 80-Jährigen dann auch ein Klassenfoto aus dem Jahre 1956 nachgestellt – zwar nicht auf derselben Treppe, aber in derselben Aufstellung. Später ging es für die Gruppe noch zum aktuellen Standort des Andreanums und zur Michaeliskirche. 

Auch heute läuft die Feier zum diamanten Abitur noch: Dann stehen ein Rundgang im Dommuseum, ein Spaziergang im Berghölzchen und ein gemeinsamer Restaurantbesuch auf dem Plan. Und für den ehemaligen Bauingenieur Gossow steht schon jetzt auf alle Fälle fest: „Wir sehen uns spätestens beim Gnaden-Abitur wieder.“

HANNA WILKES

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 25.06.2016