Andreaskreuz 170

Aus der Galerie

QR-Code

qr code andreanum

 

 

 

 

 

 

Der Schulträger

Noch bleibt der neue Chef unerkannt

d wilkening 2017 HAZIn vier Wochen ist Dirk Wilkening Schulleiter des Gymnasiums Andreanum / Bei einem Rundgang erzählt der 52-Jährige, ob er schon in Hildesheim angekommen ist

Hildesheim. Dirk Wilkening ist mit dem Zug aus Bielefeld gekommen. Der nasskalte Wind hat ihn direkt bis vor den Eingang des Andreanum gepustet. Als er ihn betritt, kommt der Hausmeister auf ihn zu und erkundigt sich, ob er ihm vielleicht helfen könne. Der Mann hat seinen künftigen Chef nicht gleich erkannt.

 Wilkening ist neuer Direktor des Gymnasiums Andreanum. Am 2. Februar wird er in der Andreaskirche in sein Amt eingeführt. Doch bis es so weit ist, kann sich der 52-Jährige noch weitestgehend unerkannt durch Hildesheim bewegen. Das hat er seit November immer mal wieder getan. Wilkening hat sich eine kleine Wohnung in der Oststadt gesucht, er hat sich – wenn die Zeit vorhanden war – auf Streifzüge durch die Umgebung gemacht. „Und ich freue mich darauf, noch viel mehr über diese Stadt zu erfahren“, sagt der Pädagoge.

Wilkening war achteinhalb Jahre stellvertretender Leiter der Hans- Ehrenberg-Schule in Bielefeld, ehe er sich um den Posten in Hildesheim bewarb. Die Schule in Nordrhein- Westfalen befindet sich ebenfalls in kirchlicher Trägerschaft. Und sie ist auch von der Schülerzahl mit der Einrichtung vom Hagentorwall vergleichbar. Rund 900 Mädchen und Jungen werden am Montag nach den Weihnachtsferien wieder anrücken, um ihre Köpfe mit Wissen zu füllen.

Dass dies möglichst reibungslos und effektiv funktioniert, ist zum Teil auch Aufgabe des neuen Schulleiters. Wilkening lässt keine Zweifel daran, dass er sich dieser Aufgabe gewachsen fühlt. „Ich glaube, ich habe die Fähigkeit, Menschen für eine Sache zu begeistern und sie anschließend auch mitzunehmen“, sagt er während eines Spaziergangs über den Hof seiner neuen Schule.

Wilkening hat die Fächer Deutsch, Evangelische Religion und Theater studiert. Und er möchte auch in Hildesheim weiter unterrichten – so wie er es während seiner Zeit als Stellvertreter in Bielefeld ebenfalls getan hat. Im Bereich Theater habe er sich an seiner alten Schule besonders engagiert. „Wir haben allein dreimal hintereinander die Bielefelder Schultheaterwoche gewonnen“, erzählt der kommende Direktor.

Aber er legt Wert auf die Feststellung, dass er sein Profil, das er aus Bielefeld mitbringt, nicht in Hildesheim durchzudrücken gedenke. „Davor muss niemand Angst haben.“ Er werde sich alles anschauen, viel mit den Kollegen und Schülern sprechen – und erst anschließend behutsam eingreifen, falls er es für notwendig erachte.

Ansonsten muss er erst einmal in Hildesheim ankommen. Er freue sich auf das reichhaltige kulturelle Angebot der Stadt – vor allem, weil Theater und auch Tanz zu seinen Hobbys zählen. In Bielefeld hatte er lange in einer Wohngemeinschaft gelebt – ein generationsübergreifendes Projekt, in dem sich junge und ältere Menschen gemeinsam halfen. Nach Hildesheim ist er zunächst allein gekommen. Von seiner Frau ist er schon viele Jahre geschieden. Die beiden Söhne sind erwachsen und stehen längst auf eigenen Beinen.

 Von seiner neuen Wohnung aus bis zur Schule fährt er nur wenige Minuten mit dem Fahrrad. Und bei Eis und Schnee ist der Arbeitsplatz auch zu Fuß noch gut erreichbar. In wenigen Wochen wird er die Strecke an seinem ersten Arbeitstag zurücklegen. „In der Nacht davor werde ich wahrscheinlich schlecht schlafen“, sagt Wilkening. „Aber ich bin trotzdem voller Vorfreude.“

Christian Harborth

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 05.01.2017