Andreaskreuz 170

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Der Schulträger

Friedrich Konrad Hornemann

hornemann_sudan.jpgAfrikaforscher aus Leidenschaft

Der Hildesheimer Friedrich Konrad Hornemann war zu seiner Zeit ein bedeutender Afrikaforscher, der zur Aufklärung und Entdeckung des Inneren Afrikas erheblich beitrug. Er war der erste Europäer, der die Sahara durchquerte und die weiten Strecken nach Tripolis und zum Tschadsee von Kairo aus auf sich nahm. Hornemann wurde 1772 in Hildesheim als Sohn eines Pastoren geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, aber am 20. September 1772 wurde er in der Andreaskirche getauft. Hornemann besuchte bis 1788 das Gymnasium Andreanum, wobei er sich mehr für die neu eingeführten Fächer wie Weitgeschichte und Erdkunde als für die alten Sprachen interessierte. Da er aber nur ein mittelmäßiger Schüler war, gab ihn seine Mutter 1788 zu ihrem Bruder nach Lüneburg auf die Schule. Nach seinem Schulabschluss 1791 trug sich Hornemann auf Wunsch seiner Mutter in Göttingen ins Matrikelbuch für Theologie ein. Er beendete 1794 sein Studium und war als Hauslehrer in Hannover tätig. Während dieser Zeit und auch schon als Schüler beschäftigte er sich in seiner Freizeit mit Afrika, sammelte alles, was er darüber erfahren konnte, und kannte die antiken Schriften und arabischen Reiseberichte darüber (z.T. sogar auswendig). Mit 22 Jahren hörte Hornemann von dem etwa gleichaltrigen Schotten Mungo Park, der von der afrikanischen Gesellschaft in London nach Afrika geschickt wurde und 1796 den Niger erreichte. Diesen nahm sich Hornemann zum Vorbild und ließ sich über Professor Blumenbach in Göttingen der Gesellschaft in London 1795 als Afrikaforscher empfehlen.


Diese nahm Hornemann in ihre Dienste, und nach intensiven Vorbereitungen für die lange Reise verließ Hornemann London am 26. Juni 1797 als Afrikaforscher. Er reiste über Paris, Marseille, Zypern und Alexandria und erreichte am 4. Oktober Kairo, Nach anfänglichen Schwierigkeiten wie Geldmangel, das Ausbrechen der Pest und Napoleons Sieg am 21. Juli 1798 bei den Pyramiden verzögerte sich seine Reise. Durch den Fremdenhass, der in Ägypten aufkam, musste sich Hornemann als mohamedanischer Kaufmann Musa ben Jussuf ausgeben. Napoleon half ihm dabei mit neuen Pässen. Am 5. September 1798 brach Hornernann von Kairo auf, schloss sich Karawanen an und erreichte so die Oase Siwah, die Städte Schiatha, Murzuk (wichtiger Handels- und Verkehrsplatz) und Tripolis (August 1799). Von Murzuk nach Tripolis nahm er eine über 1000 Kilometer lange Strecke auf sich, durchquerte vorher das gebirgige Harudsch und 1798 als erster Europäer die Sahara. Er erreichte den Tschadsee und Niger und starb 1801 in Bakana an Fieber. Hornemann war der erste Europäer, der so viel erreichte und derart große Strapazen auf sich nahm. Auf seiner Reise schickte er seine Tagebücher und Berichte nach London, wo sie später veröffentlicht wurden. Er beschrieb darin die genauen und vor allem richtigen geographischen Lagen der Städte und machte Angaben über die Bevölkerung, die für die heutige Völkerkunde von großem Nutzen sind. Ihm zu Ehren wurde in Hildesheim das Institut, das der Erhaltung des Weltkulturerbes dient, Friedrich-Konrad-HornemannInstitut benannt.
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