Am 19. Mai besuchten die Schüler*innen der Klimaschutz-AG des Gymnasiums Andreanum Hildesheim die Klimaschutzmanagerin der Stadtverwaltung, Frau Rahel Kopyto, im Hildesheimer Rathaus. Die Klimaschutz-AG der 5. bis 7. Jahrgänge findet in Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen in dem auf zwei Jahre angelegte Projekt „Können wir Klimaschutz erstreiten?“ statt. Dieses wird von der Robert Bosch Stiftung im Programm „Our Common Future: Schüler, Lehrer, Wissenschaftler forschen für die Welt von morgen“ gefördert.

In dem von Frau Studienrätin Britta Platz (Gymnasium Andreanum Hildesheim) und Frau Prof. Dr. Angela Schwerdtfeger (Universität Göttingen) geleiteten interdisziplinären Kooperationsprojekt untersuchen die teilnehmenden Schüler*innen gemeinsam mit Lehrkräften und Wissenschaftlern die naturwissenschaftlichen Herausforderungen für effektiven Klimaschutz und damit verbundene juristische Themenkomplexe. Durch die Verknüpfung von natur- und rechtswissenschaftlichen Fragestellungen soll ein Problembewusstsein dafür geschaffen werden, vor welchen vielschichtigen Herausforderungen effektiver Klimaschutz steht. Begleitet wird das Projekt von den drei studentischen Hilfskräften Jakob Becker, Nils Hanne und Elisabeth Langehaneberg.

Im letzten Schuljahr nahmen bereits Schüler*innen der 12. Klasse im Rahmen ihres Seminarfaches an dem Projekt teil und schrieben ihre Facharbeiten zu rechtlichen und naturwissenschaftlichen Fragen aus dem Bereich des Klimaschutzes. Ein Höhepunkt des Schuljahres war ein online-Gespräch mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und ihrer Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen, die den Schüler*innen vor einer Podiumsdiskussion zu Klimaklagen eine Dreiviertelstunde Rede und Antwort standen.

Dem Rathausbesuch der Klimaschutz-AG ging eine Unterrichtsstunde zu möglichen Klimaschutzmaßnahmen auf kommunaler Ebene voraus, in deren Verlauf viele Fragen an Frau Kopyto gesammelt wurden. Als Klimaschutzmanagerin der Stadt Hildesheim ist sie seit Januar 2021 für die Vernetzung aller Fachbereiche der Stadtverwaltung im Hinblick auf effektiven Klimaschutz zuständig. Das Gespräch fand im großen Sitzungssaal des Rates statt, wo die Schüler*innen sich an den Tischen niederließen, an denen normalerweise die gewählten Mitglieder des Rates diskutieren und entscheiden.

Die Fragen an die Klimamanagerin reichten von Fahrradständern in der Innenstadt bis hin zu fehlenden Wasserspendern im Rathaus. Die Schüler*innen wünschten sich außerdem eine stärkere Einbeziehung von Kindern in Entscheidungsverfahren zum Klimaschutz. Sie seien schließlich diejenigen, die am stärksten mit den Auswirkungen der Klimakrise zu kämpfen haben werden. Daher wurden auch Möglichkeiten des Ausbaus erneuerbarer Energien, die Sanierung bestehender Gebäude und die Schaffung weiterer Grünflächen intensiv diskutiert. Besonders interessierten sich die Schüler*innen auch für den Öffentlichen Nahverkehr in Hildesheim. Viele berichteten von überfüllten Schulbussen und unpraktischen Fahrplantaktungen, die ihnen den Schulweg erschweren. Frau Kopyto versprach, hierüber mit den zuständigen Mitarbeitern von Stadtverwaltung und SVHI zu sprechen.

 

Wer mehr über das interdisziplinäre Kooperationsprojekt erfahren möchte, ist am 9. Juli 2022 zur Langen Nacht des Wissens in Göttingen eingeladen. Hier wird das Projektteam mit einem eigenen Mitmach-Stand vertreten sein.

Britta Platz