Im Rahmen der Vorbereitung auf ihre Mission, auf die Nordseeinsel Borkum zu fliegen, steht den MINT Girls des Gymnasium Andreanum am Samstag, den 09. Mai 2026, ein besonders eindrucksvoller Ausflug bevor.
Zusammen mit dem AG-Leiter Dirk Blume, Eltern, Geschwistern und anderen Gästen werden sie von Thomas Schüttorf auf seiner Aviator’s Farm am Flugplatz Hildesheim empfangen. Wer diesen Ort nicht mit eigenen Augen gesehen hat, wird ihn sich kaum vorstellen können. Thomas Schüttorf lebt und atmet das Fliegen - und selbst bevor man ihn sprechen hört, erkennt man diese Tatsache in jedem Winkel der Aviator’s Farm, auf der man sicher eine Ewigkeit herumstöbern kann, ohne am Ende wirklich alles entdeckt zu haben. Es ist ein Museum, eine Bibliothek, eine Galerie, eine Schatzkammer, vielleicht auch ein Fenster in eine andere Welt. Die Seele des Fliegens umgibt die Besuchenden in Form von Flugzeugen, Büchern, Zeitungsartikeln, Fotos, allerlei Raritäten, zu denen Thomas Schüttorf immer eine spannende Geschichte zu erzählen weiß, und einer Atmosphäre, die unsere kleine Fotostrecke nur andeuten kann. Hat man ein wenig Glück, kann man auf dem Flugplatz sogar ganz hautnah das eine oder andere Flugzeug beim Abheben beobachten.

Die Schülerinnen sammeln sich zuerst im Kino, auf dessen Leinwand ein Film über die berühmte amerikanische Pilotin Amelia Earhart läuft und die Geschichte einer abenteuerlichen Reise über den Atlantik erzählt. Selbstverständlich wird folgerichtig zuerst nach Popcorn gefragt - Kino ist schließlich Kino! Sobald alle eingetroffen sind, begrüßt der Gastgeber die jungen Fliegerinnen und stellt sich vor. Neben technischen Details zum Fliegen, die dem Publikum längst nicht mehr fremd sind, führt Schüttorf die MINT-Girls in seinem kurzen Vortrag auf die Spuren einiger Pionierinnen des Fliegens. Amelia Earhart, Elly Beinhorn und Melli Beese waren Frauen, die wussten, was sie wollten und was sie konnten - der Rest der Welt, noch fest in starren Geschlechterrollen eingeschnürt, konnte sie nicht aufhalten. Wozu sich auch am Boden halten lassen, wenn man zum Fliegen bestimmt ist?

In einer kleinen Pause können die Mädchen und ihre Gäste noch einmal in Ruhe durch die beeindruckenden Räumlichkeiten der Aviator’s Farm wandern, Flugzeuge betrachten, ungläubig umher staunen, sich im Gästebuch verewigen und einen sehr freundlichen Hund namens Hugo streicheln. Danach trifft sich die Gruppe in der Bibliothek und sammelt sich um den Billardtisch, um mehr über die Anfänge des Fliegens zu lernen. Obwohl - eigentlich nicht. Eigentlich dauert es ein paar Minuten, bis alle Beteiligten genug Zeit hatten, das zu erfassen, was sie da vor sich sehen. Vor sich, über sich, um sich. Überall. Die meisten unserer Bilder sind von hier - aus der Bibliothek, die einen an einen ganz anderen Ort und quer durch die Luftfahrtgeschichte entführt. Eine perfekte Kulisse für das folgende inspirierende Gespräch über die Menschen, die - damals scheinbar entgegen jeder Logik - für die Menschheit den Weg über die Wolken finden wollten. Visionär*innen, die große Träume hatten, sich nicht beirren ließen und letzten Endes die Welt veränderten. Für ihre scheinbar unmöglichen Ideen wurden sie solange für verrückt gehalten, bis sie plötzlich doch möglich waren.

Nach diesem letzten Input machen sich die MINT Girls mit ihrem AG-Leiter auf zum AeroClub für Kuchen, Getränke und Flugunterricht. Und, wenn man so will, vielleicht auch auf den Weg in eine Zukunft, in der auch sie irgendwann neue Wege für die Menschheit einschlagen, Zweifelnde eines Besseren belehren und das Unmögliche möglich machen.
Marie Palett