Lange mussten die Schülerinnen und Schüler warten – nun war es endlich so weit: Für die Abiturientinnen und Abiturienten des Seminarfaches stand im zweiten Projektjahr ihre zweitägige Exkursion nach Göttingen und in den Harz an.

An dem Geographischen Institut wurden wir von Herrn Dr. Tobias Reeh empfangen und durch die Geographische Fakultät geführt. Zunächst legte Herr Dr. Bernd Leiss die Grundlagen der Wärmeerzeugung durch Geothermie dar und ging auf die noch wenig fortgeschrittene Verbreitung in der Region ein. Eine Herausforderung, vor welcher eine flächendeckende Nutzung der Geothermie steht, sind die Kosten und das Risiko der Bohrungen. Im Anschluss sprach Herr Dr. Leiss außerdem über die Erkundung des geothermischen Potentials für die Wärmeversorgung des Campus der Universität Göttingen.

Anschließend arbeiteten die Schüler:innen gemeinsam mit Dr. Reeh die verschiedenen Energielandschaften Deutschlands heraus. Anhand des Diercke Weltatlas wurde besprochen, in welchen Bereichen Transformationsprozesse hinsichtlich der Energielandschaften zu erkennen sind. Dabei wurden die verschiedenen Aspekte in Bezug auf die Stromerzeugung ausgewertet (Stichwort Braunkohle, Steinkohle, Wasserkraftwerke, Gaskraftwerke, Atomkraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke).

Nach den zahlreichen neuen Erkenntnissen stand eine ausgedehnte Pause in der „Lunchbox“ an, was für die Schüler:innen einen direkten Bezug zum Uni-Alltag bot. Im Neuen Rathaus Göttingen fand nun der Input-Vortrag von Herrn Janes Grewer und Frau Eva Holst zum Klimaplan Göttingen 2030 statt. Die Fragen „Wie steht Göttingen zum Klimaschutz? Was sind die Ziele? Wie können die Ziele erreicht werden?“ standen dabei im Vordergrund. Mithilfe anschaulicher Grafiken wurde den Lernenden zunächst die Treibhaus-Bilanz Göttingens aus dem Jahr 2020 vorgestellt. Nach der Vorstellung des Göttinger CO2-Budgets und den Göttinger Klimazielen, wurde der Klimaplan Göttingen 2030 präsentiert, der im Juli 2021 veröffentlicht wurde. Die Themen Bauen und Sanieren, Arbeiten und Wirtschaften, Mobilsein und Transportieren, nachhaltig leben sowie Energie erzeugen und bereitstellen bilden die Handlungsfelder, mit denen sich die Stadt auseinandersetzen muss. Dabei ist der Bereich der energetischen Sanierung aus dem Handlungsfeld „nachhaltig Bauen und Sanieren“ das wichtigste Handlungsfeld, an dem gearbeitet werden muss. Eine anschließende Diskussion zeigte, dass die Lernenden sehr interessiert an der Umsetzung der Klimaziele sind.

Nach einem Inputreichen Vormittag und Mittag stand am Nachmittag ein praxisorientierter Vortrag auf dem Programm – die Besichtigung des BioWärmeZentrums Göttingens, das Anfang 2020 in Betrieb genommen wurde. Das Herzstück bildet dabei der Holzhackschnitzelkessel, der nachhaltige Wärme durch den Einsatz von Biomasse erzeugt. Zur Verbrennung kommt naturbelassenes, also unbehandeltes Altholz. Herr Edgar Kunz zeigte dabei die verschiedenen Prozesse des Zentrums und erläuterte diese.

Während der erste Exkursionstag eher theoretisch orientiert war, fand am zweiten Exkursionstag eine Fahrt in den Harz statt. Der erste Standort bildete dabei die Bioenergie-Anlage Krebeck Wollbrechtshausen, die geographisch in der Goldenen Mark gelegen ist. Im Fokus stand die Entstehung von Biomasse und welche Prozesse durchlaufen werden, sodass endgültig Wärme und Strom erzeugt werden können. Die Vor- und Nachteile einer Biogasanlage wurden dabei ausführlich besprochen.

Im Anschluss fuhr die Exkursionsgruppe weiter zur Sösetalsperre, an der die Genese des Harzes und die Funktionen der Talsperren (Wasserkraft, Trinkwassergewinnung, Hochwasserschutz und Niedrigwasseraufhöhung) von Herrn Dr. Steffen Möller dargestellt wurden.

Der dritte Standort war der Oderteich. Nach einer ausgedehnten Mittagspause gab die Projekthilfskraft Jakob Becker einen kurzen Input über die juristischen Hintergründe zum Beschluss von UNESCO-Weltkultur- bzw. Weltnaturerbe. Im Anschluss wurden die Besonderheiten der Kulturerbestätten Bergwerk Rammelsberg, Altstadt Goslar und die Oberharzer Wasserwirtschaft genauer erläutert.

Der letzte Exkursionsstandort bildete der Rehberger Graben, ein wesentlicher Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. Dabei handelt es sich um einen erbauten Wassergraben, der Ende des 17. Jahrhunderts angelegt wurde, um Wasser der Oder nach Sankt Andreasberg umzuleiten. In den dortigen Bergwerken wurde es zur Energieversorgung mittels Wasserräder genutzt.

 

Auf der Rückfahrt zum Göttinger Bahnhof tauschten sich die Teilnehmenden trotz aller Erschöpfung nach einem spannenden Tag noch lange die verschiedenen Eindrücke aus.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den zahlreichen Expert:innen, die uns in den zwei Jahren mit Rat und Tat zur Seite standen.

Das OCF-Team

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