Andreaskreuz 170

Zum Schul-IServ...

IServ Logo klein RGB clean

 

 


geht es hier

Aus der Galerie

Der Schulträger

Indien 2006

Wally2 039Nach einem Schultag von zehn Stunden haben wir uns nun zusammengesetzt, um euch von unserem nun schon drei Monate währenden Aufenthalt im fernen Indien zu berichten. Begonnen hat es alles Anfang des letzten Schuljahrs, als wir durch den Austausch der indischen Gastschüler auf die Schule aufmerksam geworden sind. Wir haben uns Tag für Tag mehr mit dem Gedanken, ein halbes Jahr in Indien zu verbringen, auseinander gesetzt und schon bald stand unsere Entscheidung fest: WIR WOLLEN NACH INDIEN! Die darauf folgenden Monate, die von vielen Organisationen, Einkäufen und Vorfreude, aber auch einigen Bedenken durchzogen waren, vergingen überraschend schnell und Mitte Juli saßen wir alle vier im Flieger.

Erschöpft von dem zehnstündigen Flug, mussten wir mit Schrecken feststellen, dass Ricardas Ko?er noch einen Umweg über Shanghai genommen hat und erst zwei Tage später im tropischen Chennai ankommen würde. Bis es nach Kodaikanal weiter ging, wurden wir in einem für indische Verhältnisse sehr luxuriösen Hotel (mit Pool!) untergebracht und haben uns in der Umgebung einige mehr oder weniger interessante Sehenswürdigkeiten angeschaut. Des Weiteren haben wir den indischen Verkehr, dessen Regeln für uns allerdings jeder Logik entbehren, kennen gelernt. Auch die Sicherheitsvorschriften in einem „Krokodilzoo“ ließen durchaus zu wünschen übrig. ElefantUm Kodai zu erreichen mussten wir neun Stunden in einem indischen Nachtzug verbringen und wurden dabei von einem indischen Schnarchkonzert der allerersten Klasse verwöhnt. Mit dem Bus ging es dann noch zwei Stunden bergauf, in denen wir schon einen Vorgeschmack auf die schöne Berglandschaft genießen konnten. Sobald wir unsere Dorms, die unser neues zu Hause darstellen würden, inspiziert hatten und versucht hatten, den Zimmern eine persönliche Note zu verleihen, konnten wir entweder schlafen, frühstücken oder das Schulgelände erkunden. Nach vielen neuen Eindrücken konnten wir uns doch schnell in den Schulalltag einleben, auch wenn es anfangs schwierig erschien. Zwei Monate haben wir das komplett andere Schulsystem kennen gelernt, bevor wir in unseren verspäteten und dringend benötigten Sommerurlaub aufbrechen konnten. Schon nach weniger als einer halben Woche mussten wir leider feststellen, dass es doch nicht nur ein reiner Strandurlaub werden würden. Ein etwas überengagierter Chemielehrer hat uns zusammen mit dem 45-jährigen amerikanischen Frisbeefreak Mr. Plymale durch den Urwald gejagt. Heraus mussten wir selber finden, denn der doch nicht besonders sportliche Säurenpauker war nach der Hälfte auf die Aktivierungsenergie Mr. Plymale’s angewiesen, der ihn schließlich doch noch aus dem Dschungel schieben konnte. Nach diesem Schlammbad, was von einigen ganz und gar ungiftigen* Tierchen geteilt wurde, haben wir an Asiens Strand Nummer 1 den Matsch in das azurblaue Wasser gespült. Während unseres Aufenthaltes konnten wir die Flora und Fauna der Andamanen bewundern, die unter anderem Elefanten, Delphine, Korallen und Moskitos beinhaltet. Im Kontrast dazu standen die vom Tsunami im indischen Regenwald angerichteten Schäden, die wir aus nächster Nähe begutachten konnten. Eine Woche später mussten wir allerdings wieder in den anstrengenden Schulalltag einsteigen. Abwechslung davon bieten die Möglichkeiten, an diversen Wanderungen durch die Umgebung teilzunehmen, Waisen- und Altenheime zu besuchen, sich an Säuberungsaktivitäten zu beteiligen oder Sport zu treiben. Am Wochenende haben wir ausnahmsweise sogar bis zehn Uhr Freigang, allerdings nur um am Abendprogramm der Schule teilzunehmen, wie zum Beispiel Schuldisko, Theater oder Sport. Vermissen werden wir auf jeden Fall die indi viduelle Kurswahl, in der wir uns selbst in verschiedene Leistungsklassen einordnen konnten. Außerdem genießen wir hier ein großes Angebot an Sport, das Engagement der Lehrer, welches oft sogar über die Schulstunden hinausreicht, und das vielseitige Internatsleben, in dem einem selten ein Gesprächspartner fehlt, manchmal aber auch einer zu viel ist. Trotzdem freuen wir uns auch schon wieder auf gutes deutsches Essen (made by Mama ;-) ), etwas mehr Freiraum und individueller gestalteten Unterricht.
Christopher, Naemi, Ricarda und Sebastian