Am 27.01.2026 besuchten unsere Klassen, die 10M und 10E1, die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Drütte. Begleitet wurden wir sowohl von unseren Geschichtslehrkräften, Herrn Lopatta und Frau Strecker, als auch von Herrn Koch und Frau Hainke.
Um 8:00 Uhr trafen sich die zwei Klassen des 10. Jahrgangs an der Michaeliskirche. Kurz darauf startete der Reisebus vom Roemer- und Pelizaeus-Museum aus und traf nach einer ungefähr 45-minütigen Fahrt in Salzgitter am Fabrikgelände ein. Anschließend wurden die Klassen von den Mitarbeitenden der Gedenkstätte abgeholt und über das Gelände zur Gedenkstätte geführt. Dort wurde Vorwissen geklärt und erste Fragen mit den jeweiligen Guides besprochen. Anschließend erhielten die SchülerInnen und Lehrkräfte eine etwa einstündige Führung über das noch erhaltene und weiterhin genutzte Fabrikgelände sowie durch die Gebäude des ehemaligen Konzentrationslagers. Im Rahmen dieser Führungen wurde den TeilnehmerInnen der Aufbau des Konzentrationslagers vermittelt und sie erhielten einen Einblick in die damalige Zeit. Im Nationalsozialismus war das KZ ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme und wurde unter einer Hochstraße eingerichtet. Es war in vier Unterkunftsblöcke, sowie in weitere Blöcke, wie zum Beispiel den für Kranke, unterteilt. In dem KZ in Drütte wurden die Häftlinge zur Rüstungsproduktion eingesetzt. Bis zur Räumung des Lagers am 07.04.1945 starben mehrere hundert Männer im Außenlager Drütte.
Nach einer kurzen Pause konnten sich die SchülerInnen dann eigenständig in Kleingruppen mit einem ausgewählten Themenaspekt beschäftigen, der ausführlich mit Zitaten, erhaltenen Objekten und Informationstexten im Museum der Gedenkstätte beschrieben wurde. Die einzelnen Gruppen beschäftigten sich unter anderem mit der Arbeitskleidung im KZ, den Kontaktmöglichkeiten zur Familie oder der Ernährung der Inhaftierten. Zu jedem Thema wurden verschiedene Aufgabestellungen bearbeitet, deren Ergebnisse dann anschließend im Klassenverband präsentiert und besprochen wurden. Dies war sehr informativ, da auf diese Weise alle Teilnehmenden tiefere Einblicke in die verschiedenen Themenbereiche erhielten. Am Ende dieses lehrreichen Vormittags ging es für die SchülerInnen zurück zum Reisebus, mit dem die Gruppe dann anschließend pünktlich um 14:30 Uhr wieder in Hildesheim eintraf.

Der Besuch der Gedenkstätte in Drütte hat uns einige interessante, jedoch auch bedrückende Einblicke und Informationen vermittelt, über die wir alle sicher noch länger nachdenken werden. Auch die zahlreichen, vor Ort visualisierten Aussagen von Zeitzeugen bleiben uns nachhaltig im Gedächtnis. Die Exkursion zeigte die gewaltvolle Wahrheit der Vergangenheit und verdeutlichte vor allem, dass die unfassbare Gewalt des Nationalsozialismus aus reiner Willkür ausgeübt wurde. Gleichzeitig konnten wir erfahren, wie wichtig es ist, auch heute noch an diesen Teil der deutschen Vergangenheit zu denken und daraus zu lernen.
Ebba Bartlakowski, 10M