Wie schon im letzten Jahr sind auch in diesem Schuljahr die Lateinlernenden des 9. Jahrgangs für zwei Tage nach Köln, auf Latein CCAA, gefahren. Allerdings erfolgte diesmal die Anfahrt etwas luxuriöser mit dem ICE von Hildesheim nach Köln.
Das Programm dagegen war durchaus ähnlich. Zunächst wurden wir in die Geschichte der Stadt Köln vor allem unter römischer Perspektive eingeführt. Wir erblickten Abwasserkanäle und erfuhren, dass aus der Eifel Wasser in die Stadt geleitet wurde, sodass die Menschen dort täglich mehr Wasser zur Verfügung hatten als zum Teil in heutigen Städten. Auch das Schachbrettmuster der Straßen konnten wir noch gut anhand des Verlaufs der heutigen Straßen wiedererkennen. Köln war lange Zeit die größte Stadt nördlich der Alpen, was auch an den Resten der Villen, die sich überall im Bereich der antiken Stadt finden, deutlich wird.

Am zweiten Tag besuchten wir das römisch-germanische Museum, das zur Zeit immer noch in ein deutlich kleineres Haus ausgelagert ist. Darum sind auch die großen Ausstellungsstücke wie das Dionysos-Mosaik nicht zu bestaunen. Aber dennoch konnten wir anhand der ausgewählten Objekte einen sehr guten Einblick in das alltägliche Leben der römischen Stadt gewinnen. Sehr interessant war dabei die Müllsammlung, die im Bereich des Hafens gefunden wurde und die einen hervorragenden Eindruck über Leben und Arbeit sowie verwendete Materialien von Holz über Ton bis hin zu Glas vermittelte. Über die Menschen verrieten uns die Grabsteine mitsamt ihren Inschriften einiges Interessante; so wurde bemerkenswerterweise eine Frau namens Bella mit einem Einzelgrabstein gewürdigt, die vielleicht bei der Geburt ihres Kindes gestorben ist; denn sie wurde mit einem Baby im Arm dargestellt. Das wertvollste Stück ist ein Glasbecher mit einer griechischen Inschrift, der seinen Wert durch die Besonderheit seiner Herstellung erhält.
Unser letzter Programmpunkt war eine Domführung, in der wir unter anderem von den im Dom verwahrten Reliquien der Heiligen Drei Könige hörten. Diese Reliquien sind Schädel, die für Gläubige eine solche Bedeutung haben, dass sie zweimal im Jahr zugänglich gemacht werden. Und natürlich sind die Größe des Doms, in dessen Innenraum ein Hochhaus mit 14 Stockwerken passt, und die vielen bunten Fenster, ob alt oder neu, faszinierend, ebenso wie die sehr lange Bauzeit von 1248 bis ins 19. Jahrhundert.
Am Nachmittag mussten wir schließlich wieder gen Hildesheim reisen, das wir mit einer ordentlichen Verspätung von etwa einer Stunde abends erreichten.

Aber wie war die Fahrt aus der Sicht der Schüler*innen? Hier kommen einige Stimmen:
„Super!“ „War lustig!“ „Mc Donald’s.“ „Der Zug hat sich verfahren…“ „Lauter ‚fame‘ Leute!“ „Hat Spaß gemacht und es war interessant!“
Trotz der für uns langen Anreise mit Hindernissen hat es sich wieder gelohnt, die Stadt Köln zu besuchen!
Manuela Schucht
